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DONGZHAI TEEGARTEN / WULIANG HEART PROJECT

Der Dongzhai-Teegarten (Landwirtschaft, Vorverarbeitung und Endverarbeitung) und die Betreiberfirma Pu’er Zuxiang (Management) befindet sich in den Wuliang-Bergen, nahe der Stadt Pu’er, in der Provinz Yunnan, weit im Süden Chinas.

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Das Biotee-Anbaugebiet liegt auf einer Höhe von etwa 1500 Metern in der Gemeinde Zhengwan. Zu der Gemeinde gehören die drei Dörfer Dongzhai, Wanzhangshan und Maweishan, wo weitere ökologische Teeanbauflächen erschlossen werden. Die Erschließung der landwirtschaftlichen Teeanbauflächen erfordert umfangreiche Investitionen, da für den Teeanbau in dieser heißen Gegend ein aufwendiges Bewässerungssystem für die Teebüsche notwendig ist. Mit Hilfe aufgestauter Flussläufe, riesiger Wassertanks und Leitungssystemen wurde ein weit verzweigtes Bewässerungssystem gebaut, das die Teeflächen mit Wasser versorgt.

In der Umgebung des Dongzhai-Teegartens gibt es keine Industrieunternehmen, die eine Kontaminationsgefahr für die Bioanbauflächen bedeuten könnten.

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Der Eigentümer des Teegartens, die wohlhabende Familie Dong, investiert viel Geld in die nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur, die Teeproduktion und die nachhaltige Entwicklung des Teegartens.

Bis in die 90er Jahre hinein stand auf den heutigen Teeanbauflächen Wald. Das Gebiet, das die Familie Dong (Dongzhai bedeutet übersetzt Dorf der Dongs) heute langfristig vom Staat gepachtet hat, wurde damals zum Teil gerodet und das Holz verkauft. Den Erlös investierte die Familie in den ökologischen Teeanbau.

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Privater Grundbesitz ist in China nicht möglich. Der Grund und Boden gehört dem chinesischen Staat. Seit 2003 stehen Waldgebiete in China unter Schutz und dürfen nicht mehr gerodet werden. Um den Schutz des Waldes in diesem Gebiet zu gewährleisten, hat der Staat der Familie Dong das Land zeitlich unbegrenzt und kostengünstig verpachtet.

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Innerhalb der ökologischen Teeanbauflächen existieren etwa 50 Haushalte (durchschnittlich 4 bis 5 Familienmitglieder pro Haushalt). Die Familie Dong gehört zur ethnischen Minderheit der Dai. In der Provinz Yunnan gehören 38 Prozent der Bevölkerung ethnischen Minderheiten an. 62 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen. In ganz China leben 56 verschiedene Volksgruppen. Allein in der Provinz Yunnan sind 26 verschiedene Volksgruppen vertreten. 15 davon leben im Umfeld der Stadt Pu‘er und auf beiden Seiten der Grenzen zwischen China, Vietnam, Laos und Myanmar.

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Die ortsansässigen Bauern im Dongzhai-Teegarten leben überwiegend vom biologischen Teeanbau. Daneben halten sie überwiegend zur Selbstversorgung Schweine und Hühner und bauen Gemüse an. Einige arbeiten in Festanstellung in den Teefabriken oder im Teegartenmanagement.

Trotz weit verbreiteter Landflucht in China begann das Teegartenmanagement in den 90er Jahren junge Familien mit Kindern im Teegarten anzusiedeln. Viele dieser Familien gehören den Dai und anderen ethnischen Minderheiten an, aber auch Han-Chinesen wurden im Teegarten angesiedelt. Da viele junge Chinesen nicht mehr auf dem Land leben wollen, mussten Anreize für die Familien geschaffen werden: Das Teegartenmanagement hat einfache Steinhäuser für die Familien gebaut, für die sie keine Miete zahlen müssen. Die einzigen Kosten, die für die Bauern anfallen, sind die für ihren eigenen Stromverbrauch.

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Tee-Ernte und Teeverarbeitung

Die drei Ernteperioden finden im Frühling, Sommer und Herbst statt. Mit der First Flush-Ernte, der ersten Ernte nach dem Winter, von März bis Mai werden etwa 20 Prozent des jährlichen Mengenertrages erwirtschaftet, mit der Second Flush-Ernte von Juni bis August ca. 50 Prozent und mit der Third Flush-Ernte von September bis November ca. 30 Prozent. Die beste Qualität wird üblicherweise im frühen Frühjahr geerntet.

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Im Dongzhai-Teegarten wird der Tee ausschließlich von Hand gepflückt. Im Frühling wird nur der First Grade (die Knospe oder die Knospe und das jüngste Blatt) gepflückt. Je nach Auftragslage kann im Sommer und Herbst auch der Second Grade (die Knospe und die 2 jüngsten Blätter) oder Third Grade (die Knospe und die 3 jüngsten Blätter) gepflückt werden. Am teuersten ist die First Grade-Pflückung und am billigsten die Third Grade-Pflückung. Die Teepflücker werden entsprechend dieser drei Grade nach Pflückgenauigkeit und nach Pflückmenge bezahlt. Teeblätter, die durch Schädlinge oder andere Einflüsse beschädigt wurden, werden nicht gepflückt.

Je nach Nachfrage entscheidet sich bei der Weiterverarbeitung in der Teefabrik, ob der Tee zu grünem Tee, weißem Tee, gelbem Tee, schwarzem Tee oder Pu‘Erh-Tee verarbeitet wird und wie die Teeblätter geformt bzw. bei Pu’Erh-Tee auch gepresst werden. Die Formung der Teeblätter zu unterschiedlichen Teesorten ist eine Kunst und die Schönheit der Form wird in China auch als Kunst verstanden und entsprechend honoriert. In China sind also nicht allein der Geschmack und die Produktionskosten ausschlaggebend für den Preis des Tees.

Die Formung der Tees erfolgt überwiegend in Handarbeit oder je nach Teesorte auch halbautomatisch.

Im Verlauf einer Saison können abhängig von Klima und Pflückmethode auf allen ökologischen Flächen der Dongzhai-Teeplantage ca. 149 Tonnen frische Teeblätter geerntet werden. Das sind ca. 39 Tonnen fertig getrockneter Tee, pro Hektar durchschnittlich nur ca. 230 kg. Zum Vergleich: Bei optimalen klimatischen Voraussetzungen, guten Bodenverhältnissen und bei maschinellem Pflücken können in anderen Teegärten der Welt pro Hektar bis zu 3000 Kilogramm fertig getrockneten Tees geerntet werden. Die Qualität des Tees leidet bei dieser großen Ausbeute.

Der Ertrag des Dongzhai-Teegartens wird in den kommenden Jahren steigen, da die Erntemenge der erst neu bepflanzten Anbaufläche in Maweishan langsam steigt. Bisher lieferte die Fläche keine nennenswerten Teemengen und es wird nur auf Anfrage produziert. Verkauft wird dieser Tee hauptsächlich im chinesischen Markt sowie kleine Mengen nach Europa und Nordamerika.

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Exportgarantien und Exportpreise

Aufgrund der hohen Preise für die hochwertigen, nachhaltig hergestellten Dongzhai-Tees ist es derzeit in Europa noch nicht möglich, dem Produzenten für große Mengenkontingente Exportgarantien zu geben. Fairbiotea versucht, den Vertrieb dieser Spitzenqualitäten zu fördern. Dies ist nur möglich, wenn sich europäische Großhändler, Einzelhändler und die Verbraucher mehr für qualitativ hochwertigen Tee begeistern lassen.

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Der Qualitäts- und Preisunterschied zwischen den in Europa üblichen Tees und den Dongzhai-Tees ist groß. Dongzhai-Tee kann das 6 bis 10fache der im europäischen Markt üblichen Bioteesorten kosten. Dennoch ist der Preis der Dongzhai-Tees unter Berücksichtigung der Qualität, der nachhaltigen Leistungen und der Kosten für die Produktion angemessen. Die Dongzhai-Tees sind nicht zu teuer, sondern die in Europa verbreiteten, meist minderwertigen Tees, sind zu billig. Die Tees sind deshalb billig, weil viele Produzenten aus Kostengründen auf Nachhaltigkeit und Qualität verzichten und dafür in Kauf nehmen, dass Teebauern in Armut leben. Die chinesischen Verbraucher konsumieren ausschließlich guten Tee, überwiegend aus der Frühlingsernte und sind bereit, durchschnittlich 15 Euro für 100 Gramm Tee auszugeben.

Fair und nachhaltig handeln bedeutet sowohl für den Handel als auch für die Verbraucher, für gute und nachhaltig hergestellte Qualitäten auch angemessen hohe Preise zu bezahlen. Nur so ist Nachhaltigkeit zu erzeugen. Das Konsumverhalten in Europa ist derzeit weder nachhaltig noch qualitätsbewusst.

Dongzhai-Tee erzielt bei den chinesischen Verbrauchern wesentlich höhere Preise als sie im Export erreicht werden können. Somit subventionieren die chinesischen Verbraucher die niedrigeren Preise für europäische Verbraucher. Es bleibt die Hoffnung, dass die europäischen Verbraucher zukünftig die hochwertigeren Dongzhai-Tees zu schätzen lernen.

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