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NEWSLETTER - BERICHT AUS DEN FAIRBIOTEA-PROJEKTEN - 11/2019

Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

Rückverfolgbarkeit wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Einen ganz besonderen Weg, nämlich den Herkunftsnachweis mittels Isotopen- und Elementanalyse, geht ein einzigartiges Forschungsprojekt, welches von Fairbiotea unterstützt wird. Hintergrund dieses Projekts ist die Tatsache, dass die in Boden und Gestein enthaltenen Isotope und Elemente messbare Signaturen im pflanzlichen Material hinterlassen. Vergleicht man diese Signaturen mit Vergleichsdaten aus Boden- bzw. Gesteinsproben, kann mit ziemlicher Genauigkeit gesagt werden, ob eine Pflanze an dem Ort gewachsen ist oder nicht. Dies trifft auch auf getrocknete Teeblätter zu.

2018 hat Fairbiotea eine Wissenschaftlerin zu drei ihrer Farmen begleitet und dort erste Muster von Boden, Gestein und Teeblättern gezogen. Das Projekt wartet nun auf die Bereitstellung von öffentlichen Forschungsgeldern.

Minimierung von gesundheitsgefährdenden Substanzen

Mit den zusätzlichen Anforderungen, welche aus der neuen Bio-Verordnung 2018/848 hervorgehen, hat sich Fairbiotea ausgiebiger mit der Produktion von Jasmintee auseinandergesetzt und die Betriebe besucht, die für unsere Fairbiotea-Partner Dongzhai, Qingshan und Shangba das Aromatisieren mit frischen Jasminblüten durchführen. Da frische Jasminblüten nicht über längere Strecken transportiert werden können, ist es notwendig, dass sich die Verarbeitungsfabrik direkt im Jasminblüten-Anbaugebiet befindet. Und da sich nur ganz frische Blüten zum Aromatisieren eignen, muss der Tee also zum Ort des Jasminanbaus transportiert werden. Alle oben genannten Betriebe befinden sich im größten Jasminanbaugebiet Chinas im Kreis Heng in der Provinz Guangxi.

Der kontrolliert biologische Anbau von Jasminblüten ist äußerst schwierig und risikoreich, und würde zu sehr hohen Preisen für Jasmintee führen. Laut Bio-Recht ist der Einsatz von konventionellen Zutaten unter ganz bestimmten Voraussetzungen erlaubt, und so werden auch für die Herstellung von Bio-Jasmintee zumeist konventionell angebaute Blüten verwendet. Alle besuchten Verarbeitungsbetriebe sind selbstverständlich Bio-zertifiziert, denn obwohl der Anbau der Jasminblüten konventionell erfolgt, müssen die Prozesse der Verarbeitung von Biotee und die Anlagen dafür natürlich von einer Kontrollstelle überprüft und zertifiziert werden.

Die Verarbeitungsbetriebe müssen sehr genau darauf achten, dass der Tee nicht durch die Blüten mit Pestiziden kontaminiert wird. Für die meisten Kunden sind nämlich Rückstandswerte von essentieller Bedeutung, auch wenn das Produkt rechtlich gesehen einwandfrei als Bio bezeichnet werden könnte. Für Bioprodukte gibt es nämlich keine eigenen gesetzlichen Rückstandshöchstwerte, es gelten die gleichen Werte wie für konventionelle Produkte, solange der durch die EU Bio-Verordnung vorgeschriebene Anbau- und Verarbeitungsprozess eingehalten wurde. Noch wichtiger werden Minimierungsmaßnahmen mit Einführung der neuen Bio-Verordnung 2021, die für jeden Rückstandsfund eine Untersuchung anordnet, ob eine nach Bio-Recht unzulässige Anwendung des Pestizids stattgefunden hat. Daher wird alles versucht, um Rückstände im Jasmintee zu vermeiden oder zu minimieren.

Hierzu haben die oben genannten Betriebe z.B. langfristige Verträge mit den Farmen, die die Blüten liefern. Der Pestizideinsatz erfolgt nur nach den genauen Vorgaben des Verarbeitungsbetriebs, um die Pestizidbelastung so gering wie möglich zu halten. Auch der Prozess der Aromatisierung unterscheidet sich von konventionellem Tee. Bei Biotee werden Blüten und Tee durch eine dünne Stoffschicht, eine Art Gaze, voneinander getrennt, so dass sie nicht miteinander in Berührung kommen. Zum genauen Herstellungsprozess von Jasmintee lesen sie mehr auf unserer Seite Teeherstellung.

QINGSHAN

Allgemeine Entwicklung

Auch 2018 sind die Löhne für die Kompost-Manager und die Rinderzucht von Fairbiotea wieder überwiesen worden. Die Rinderherde umfasst inzwischen 11 Tiere, von denen 2 Bullen sind. Es wird ausreichend Dung für die Kompostproduktion produziert.

Da die zur Verfügung stehende Fläche in Qingshan begrenzt ist, prüft Fairbiotea derzeit zusammen mit dem Produzenten, ob eine Flächenerweiterung ggf. durch Umstellung anderer Flächen möglich ist.

Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

2018 hat Fairbiotea, wie oben schon berichtet, eine Wissenschaftlerin zu drei unserer Farmen begleitet, um dort erste Muster von Boden, Gestein und Teeblättern zu ziehen. Auch in Qingshan erfolgte eine solche Beprobung auf mehreren Flächen.

Modernisierung

2019 musste das Management von Chenzhou Jietan erkennen, dass der Ausbau der modernen Endverarbeitungsfabrik in Yuanling doch etwas zu groß angelegt war und die Gesamt-Exporte hinter den Erwartungen zurückblieben. Nach wie vor ist der geringe Profit aufgrund anhaltend niedriger Exportpreise ein Problem für die chinesische Teewirtschaft. Zwei der drei neuen Fabrikhallen wurden bereits komplett leergeräumt und werden an anderweitige Firmen vermietet, die letzte noch verbliebene Fabrikhalle war 2019 noch in Betrieb, aber auch diese soll verkauft werden. Die Sencha-Produktion wird aufgegeben. Ein geplanter Büroneubau findet ebenfalls nicht statt. Die Endverarbeitung der Qingshan-Tees wird zukünftig dann in einer Fabrik in der Nähe der Stadt Changsha erfolgen.

WULONGSHAN

Allgemeine Entwicklung

Die diesjährige Inspektion hat einige Änderungen für Wulongshan ergeben. Aufgrund von etlichen Missverständnissen zwischen Produzent und Kontrollstelle, wurde die Vermarktung der diesjährigen Ernte einiger Flächen als Bio-Ware untersagt, eine der Flächen wurde sogar in die Umstellzeit zurückgestuft. Den aktuellen Entwicklungsstand haben wir auf unserer Seite Wulongshan – Entwicklung dokumentiert.

Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

Die Kontrollstelle CERES hat auf Initiative von Fairbiotea im Hinblick auf die neue EU-Bio-Verordnung 2018/848 hin ihre Prozesse überprüft und angepasst. Es fanden z.B. neue Methoden der Vermessung der Flächen mithilfe von Google Maps Anwendung. Außerdem wurde eine Testernte samt Vorverarbeitung durch mehrere Inspektoren begleitet, um zu verlässlichen Ertragszahlen zu kommen. Diese neuen Verfahren bedürfen aber weiterer Verbesserungen, zum jetzigen Zeitpunkt sind sie noch nicht voll funktionstüchtig. Hier ist zukünftig die Drittlandkontrollstelle gefordert, zuverlässige Verfahren zu entwickeln.

2018 hat Fairbiotea, wie oben schon berichtet, eine Wissenschaftlerin zu drei unserer Farmen begleitet, um dort erste Muster von Boden, Gestein und Teeblättern zu ziehen. Auch in Wulongshan erfolgte eine solche Beprobung auf mehreren Flächen.

Kompostproduktion

Eine sehr erfreuliche Nachricht aus Wulongshan ist der Aufbau eines ersten Komposthaufens im Juni 2019. Die zur Verfügung stehenden Flächen in Wulongshan reichen aber nicht aus, um genügend Biomasse für die Kompostherstellung zu ernten. Zudem befinden sich zurzeit nur wenige Tiere in der Teeplantage. Daher musste für den ersten Kompost noch Biomasse und Dung von außerhalb zugekauft werden. Zum Anlegen und Wenden des Haufens verwendet Wulongshan einen geliehenen Frontlader.

Kostenintensive Spezialmaschinen fehlen noch, genauso wie eine geeignete Plane zum Abdecken des Komposts, um ihn vor Regen und zu viel Nässe zu schützen. Dazu hat man erst mal eine Art Strohdach auf einem Gestell über dem Haufen errichtet.

SHANGBA

Allgemeine Entwicklung

Entgegen der Vereinbarung mit Fairbiotea hat sich die Muttergesellschaft der Shangba Teefarm dieses Jahr dafür entschieden, ihre Kontrollstelle zu wechseln. Trotzdem wird CERES auch dieses Jahr wieder eine Fairbiotea-Inspektion der Shangba Teefarm für uns durchführen und alle Anforderungen an ein Fairbiotea-Mitglied überprüfen. Da es sich um einen vorbildlichen Betrieb handelt, welcher von einer großen Muttergesellschaft geführt wird, gehen wir davon aus, dass auch hier wieder alle Mindestanforderungen voll erfüllt werden. Auf Drängen Fairbioteas hin hat Shangba aber zugesagt, im nächsten Jahr wieder zu CERES als Zertifizierer zurückzukehren.

Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

2018 hat Fairbiotea, wie oben schon berichtet, eine Wissenschaftlerin zu drei unserer Farmen begleitet, um dort erste Muster von Boden, Gestein und Teeblättern zu ziehen. Auch in Shangba erfolgte eine solche Beprobung auf mehreren Flächen.

DONGZHAI

Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

Den Marktanforderungen folgend besitzt Dongzhai nun seit 2018 auch die Nachhaltigkeitszertifizierungen nach UTZ und Rainforest Alliance.

Modernisierung

Die neue Teefabrik wurde 2017 fertiggestellt und Anfang 2018 mit neuen und modernen Maschinen ausgestattet.

Archiv

  • Februar 2014
    Die negative Entwicklung im Xinanyuan-Projekt mit den Farmen Hecheng, Xinanyuan, Liukou 1, Liukou 2 und Mingzhou konnte nicht korrigiert werden. Fairbiotea distanziert sich nun dauerhaft vom Xinanyuan-Projekt. Die Teesorten ab der Ernte 2013 dürfen nicht mit dem Fairbiotea-Siegel vermarktet werden.
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  • Juli 2013
    Negative Entwicklung im Fairbiotea-Projekt Xinanyuan (die Farmen Hecheng, Xinanyuan, Liukou 1, Liukou 2 und Mingzhou) Fairbiotea distanziert sich vorübergehend oder dauerhaft vom Xinanyuan-Projekt. Die Teesorten aus der Ernte 2013 dürfen nicht unter dem Fairbiotea-Siegel vermarktet werden. Alle Teesorten aus vorheriger Produktion können weiterhin mit diesem Siegel vermarktet werden.
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  • Dezember 2012
    Probleme bei der Kontrolle des ökologischen Produktionsprozesses in den Farmen Liukou und Hecheng (Xinanyuan-Projekt). Bei den Routineuntersuchungen aller Tee-Chargen des Xinanyuan 4-Farmen-Projektes wurden seit vielen Jahren stets die BNN-Orientierungswerte eingehalten. Bei jeweils einem Tee aus der Liukou-Farm und der Hecheng-Farm wurde nun ein im ökologischen Anbau verbotenes Herbizid (Unkrautvernichtungsmittel) gemessen.
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  • August 2012
    Herstellungskosten, Exportpreise und Qualität im ökologischen Anbauprozess. Der wirtschaftliche Erfolg von z.B. China oder Indien verändert auch die traditionellen, sozialwirtschaftlichen Strukturen bei der Landbevölkerung und deren bisherige Arbeitsbedingungen und Lebensstandards.
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  • Juni 2012
    Weltweite Kostensteigerungen in der Teeproduktion und stark steigende Importpreise. Nicht nur bei Tee steigen die Herstellungskosten und verteuern sich die Vertriebswege. Alle landwirtschaftlichen Produkte sind von Kostensteigerungen betroffen. 
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  • Januar 2012
    Messbare Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Nichts gespritzt und doch belastet, so wurde ein Bericht der BNN-Nachrichten (Ausgabe September/2011 auf Seite 19) überschrieben. 
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  • Dezember 2011
    Entwicklungsprogramm natürlicher Nährstoffkreislauf - Kompostseminar, Kompostherstellung und -forschung: Im Oktober 2011 wurde im Auftrag des Fairbiotea-Importeurs ein Seminar veranstaltet. Das Seminar wurde von dem Bodenkundler Tobias Bandel geleitet. 
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  • November 2011
    Inspektion der Fairbiotea-Standards durch eine unabhängige Kontrollstelle. Unter http://www.fairbiotea.de/zertifizierung.html haben wir die Bestätigung der Biokontrollstelle IMO für alle 4 Biofarmen veröffentlicht. 
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  • September 2011
    Inspektion der Fairbiotea-Standards durch eine unabhängige Kontrollstelle. Im Sommer 2011 wurden in allen Fairbiotea-Teefarmen Kontrollen durchgeführt, bei denen neben der normalen Kontrolle nach EU-Verordnung und nach USDA NOP auch die Entwicklung der zusätzlichen ökosozialen Fairbiotea-Standards überprüft wurden. 
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