www.fairbiotea.de

NEWSLETTER - WULONGSHAN FARM - GESAMTÜBERSICHT AB 11/2019

  • Januar 2024

    Kompostproduktion

    In Wulongshan fand der erste Beratungstermin im Juli statt. Wulongshan hat inzwischen an zwei Stellen Komposthaufen angelegt. Auch Wulongshan hat noch mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen. Bei der Berechnung des richtigen Verhältnisses der Rohmaterialien benötigen sie ebenfalls noch Unterstützung. Einer der Komposthaufen war zu nass. Dies lag zum einen an der ungenügenden Entwässerung des Kompostplatzes, zum anderen aber auch an dem nassen Wetter beim Anlegen des Haufens. Man muss bei der Planung des Termins mehr auf die Wettervorhersage achten, riet daher der Kompostberater. Zur Entwässerung des Kompostplatzes sollten Entwässerungsrinnen gegraben werden.

    Der zweite Komposthaufen in Wangkou war dagegen teilweise zu trocken, so dass Wulongshan einen Tanklaster bestellen musste, da es an dieser Stelle keine stationäre Wasserversorgung gibt.
    Auch Wulongshan riet man, das Messen der Temperatur häufiger und an mehr, immer gleichen Stellen durchzuführen. Damit könne der Zeitpunkt für das Wenden des Komposthaufens besser bestimmt werden.

    Ein weiterer Beratungstermin fand im Dezember 2023 statt, zum Wenden der jeweils zweiten Komposthaufen des Jahres. Die Häufigkeit der Temperaturmessung war nun zufriedenstellend. Auch wurde das Wetter beim Anlegen der Haufen berücksichtigt und das Verhältnis der Rohmaterialen stimmte aufgrund der Hilfe durch die Experten.

    Trotzdem war der Kompost in Guanqiao wieder zu feucht. Die Entwässerung des Kompostplatzes war immer noch unzureichend. Die Experten stellten auch fest, dass das vorhandene Hygrometer leider nicht die richtigen Ergebnisse liefert. Sie empfohlen Wulongshan, ein neues zu kaufen.

    Bisher produzierter Kompost wurde als Dünger zwischen den Teebuschreihen in den Boden eingearbeitet. Laut Auskunft von Wulongshan sei der Boden dadurch viel lockerer geworden und könne dadurch das Regenwasser besser aufnehmen.

    Weitere Aufgaben für Wulongshan bleiben die Erhöhung der produzierten Kompostmenge, und dazu auch die Suche nach geeigneten Flächen für die Anlage von weiteren Komposthaufen.

    Allgemeine Entwicklung

    Wulongshan hatte 2021 auf dem Berg gegenüber der Teefläche Guanqiao eine 28 Hektar große neue Fläche dazugepachtet. Die Bauern, denen die Fläche gehört, hatten diese gerodet und das Holz verkauft. Danach hat Wulongshan dort neu gekaufte, früh treibende Teebüsche gepflanzt. Diese neue Fläche wird voraussichtlich am 1. Mai 2024 die Umstellungszeit beenden. Noch sind die Teebüsche relativ klein, aber es wird nicht lange dauern, bis der Ertrag von dieser Fläche auf das Niveau der anderen Teeflächen ansteigt. Damit erhöht sich die Erntemenge von Wulongshan nochmal bedeutend.

 

  • Oktober 2022
    Die Zertifizierung 2021 verlief reibungslos. Insgesamt standen Wulongshan 44,5 Hektar biozertifizierte Teeanbaufläche zur Verfügung.
    Mehr lesen ...

    Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

    Auch 2021 gab es leider keine Möglichkeit für unsere Mitarbeiter, die Farm zu besuchen. Die strikten Reisebeschränkungen in China gelten nach wie vor, so dass auch 2022 wahrscheinlich kein Besuch möglich sein wird. Neben dem üblichen EU-Bio-Audit gab es 2021 wieder eine Fairbiotea-Kontrolle durch die Bio-Kontrollstelle CERES, die die Erfüllung der Fairbiotea-Anforderungen seitens Wulongshans bestätigte.

    Nahezu die gesamte Produktionsmenge an Biotee wurde im Auftrag von Fairbiotea exportiert, über 136 Tonnen. Dies waren über 11 Tonnen mehr als im Vorjahr. 2022 werden sich die Mengen noch einmal steigern, da die Teefläche Zhulinwo (7,6 ha) Ende April ihre Umstellungszeit beendet hat und die Ernte ab Mai dann als Bio vermarktet werden darf.

    Darüber hinaus hat Wulongshan eine weitere Teeanbaufläche dazugepachtet, deren Umstellungszeit am 1. Mai 2021 begann und voraussichtlich am 30. April 2024 endet. Dieser neue Garten liegt angrenzend an die Fläche Guanqiao und besitzt 28 Hektar.

    Bezüglich der Verarbeitung musste Wulongshan weitere Anpassungsmaßnahmen vornehmen. Wir hatten darüber berichtet, dass nach dem Wegfall von zwei größeren Flächen 2019 der Betrieb der Endverarbeitungsfabrik mit den kleinen verbleibenden Mengen der Farm nicht mehr wirtschaftlich war. Daher nahm Wulongshan Verarbeitungs- und Verpackungsaufträge von umliegenden konventionellen Farmen an, um die Auslastung der festangestellten Mitarbeiter in der Fabrik zu gewährleisten. Da Fairbiotea aber eine strikte Trennung von Bio zu konventioneller Verarbeitung fordert, plante Wulongshan ursprünglich, eine getrennte Betriebsstätte für konventionelle Aufträge zu errichten. Dies klappte nicht, da die lokalen Behörden entschieden, das dafür geplante Grundstück anderweitig zu verwenden. Daraufhin richtete Wulongshan eine Vorverarbeitung innerhalb der Endverarbeitungsfabrik ein, so dass die Angestellten dort während der Erntezeiten mit der Vorverarbeitung beschäftigt werden können, während die Endverarbeitung in der verbleibenden Zeit erledigt wird. Damit brauchen sie jetzt keine Fremdaufträge mehr annehmen und produzieren ausschließlich biologisch angebauten Tee.

    Kostensteigerungen betrafen nicht nur die Frachtkosten, auch vor Ort wurden viele Dinge teurer. So stieg z.B. der Lohn der Saisonkräfte für die Ernte von etwa 12,5 auf 15 Yuan pro Stunde, nach derzeitigem Wechselkurs ca. 2,14 €. Andere Arbeiten wie Unkrautbeseitigung werden mit 12,5 Yuan pro Stunde bezahlt, etwa 1,78 €.

    In der Provinz Jiangxi wurde 2021 der gesetzliche Mindestlohn erhöht. In dem Bezirk, in dem Wulongshan liegt, stieg er von 1470 Yuan/Monat auf 1610 Yuan/Monat. Bei 15 Yuan pro Stunde und 8 Arbeitsstunden pro Tag liegen die Saisonkräfte noch ein ganzes Stück über dem gesetzlichen Mindestlohn.

    Diese Saisonkräfte stammen alle aus dem Umland der Farm, sie sind zumeist Bauern und zwischen 45 und 65 Jahre alt. Dabei arbeiten ca. doppelt so viele Frauen wie Männer in der Farm. Die Saisonkräfte sind über eine allgemeine Versicherung für das gesamte Unternehmen mitversichert. Manche möchten diese Versicherung aber gar nicht, sondern würden die Kosten dafür lieber als zusätzliches Einkommen erhalten.

    In diesem Jahr erfolgt die Umstellung von UTZ auf Rainforest Alliance-Zertifizierung, aufgrund des Zusammenschlusses der beiden Siegel unter dem neuen Standard für Rainforest Alliance. Hierzu sind im Entwicklungsplan mehrere Schulungen geplant.

    Kompostproduktion

    2021 hat sich Wulongshan eine wasserdampfdurchlässige Kompostplane von ca. 21 x 9 Metern Größe gekauft, mit umgerechnet über 1500 Euro eine beträchtliche Investition. Im Sommer wurde dann ein Komposthaufen von etwa 120 Tonnen angelegt. Hierzu wurde auch wieder Kuhdung aus einer Rinderfarm in Anhui zugekauft. Mit der neuen Abdeckung verhielt sich der Kompost allerding anders. Es dauerte sehr lang bis der Haufen die richtige Temperatur erreicht hatte . Die richtigen technischen Hilfsmittel zur Bearbeitung des Komposthaufens stehen leider noch nicht zur Verfügung. Gewendet wurde der Haufen mit einem geliehenen Schaufelbagger. Der Entwicklungsplan sieht auch für 2022 wieder Kompostproduktion vor.

     

    Schließen

  • Dezember 2020
    Dieses Jahr gab es leider keine Möglichkeit für unsere Mitarbeiter, die Farm zu besuchen. Die strikten Reisebeschränkungen in China speziell für Ausländer haben dies unmöglich gemacht.
    Mehr lesen ...

    Allgemeine Entwicklung

    Trotzdem gab es dieses Jahr neben dem üblichen EU-Bio-Audit auch wieder eine Fairbiotea-Kontrolle durch die Bio-Kontrollstelle CERES, die die Erfüllung der Fairbiotea-Anforderungen seitens Wulongshans bestätigte.

    Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

    Die Ereignisse rund um die Zertifizierung im Jahr 2019 hatten Wulongshan gehörig durcheinandergeworfen und weitreichende Folgen. Daher möchten wir mit einer Rückschau beginnen. Bei der Bio-Inspektion 2019 wurde der Verstoß eines Angestellten Wulongshans gegen die EU Bio-Verordnung festgestellt, ob mit Absicht oder aus Unwissenheit, ließ sich nicht endgültig klären. Die betroffene Fläche wurde entsprechend ins erste Jahr der Umstellung zurückgestuft. Fairbiotea hat keinen Tee von dieser Fläche bezogen. Aufgrund dieses Verstoßes wurde die Integrität anderer Flächen ebenfalls angezweifelt, es wurde untersagt, die 2019er Ernte einiger der Flächen als Bio-Ware zu vermarkten. Hintergrund dessen war, dass die Kontrollstelle die relativ hohen Ertragsangaben für diese Flächen seitens Wulongshan anzweifelte.

    Zwischen Farmen und Kontrollstellen gibt es immer wieder Unstimmigkeiten über die zu erzielenden Hektarerträge. Die Kontrollstellen, welche die EU Bio-Zertifizierung in China durchführen, haben grundsätzlich keine sichere Methode, um die Ertragsmenge auf einer bestimmten Fläche, die auch noch saisonalen und witterungsbedingen Schwankungen unterliegt, sicher zu bestimmen, weil keine Forschung dazu betrieben wird und auch keine brauchbaren statistischen Daten verfügbar sind. Wird die Ertragsmenge von der Kontrollstelle zu hoch angesetzt, eröffnet es den Produzenten Raum, mehr Bio-Ware zu vermarkten, als auf ihrer zertifizierten Fläche hergestellt werden kann. Es gibt Unternehmen, die dann zusätzliche Mengen aus nicht zertifizierten Quellen dazukaufen. Damit sparen sich Produzenten die Kosten der Zertifizierung und entgehen den Kontrollen, denn viele im biologischen Anbau verbotenen Praktiken lassen sich im Endprodukt, das evtl. auch noch vermischt wurde, nicht mehr nachweisen. In China gibt es systematischen Bio-Betrug mit zu hoch zertifizierten Erträgen. Fairbiotea hat die Kontrollstellen auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Setzt die Kontrollstelle hingegen die Ertragszahlen zu niedrig an, um Betrug mit Ware aus nicht zertifizierten Quellen auszuschließen, fühlen sich die Farmen unfair behandelt und es kommt zu Auseinandersetzungen. Manche Farmen wechseln daraufhin einfach die Kontrollstelle. Bisher war es nicht möglich, eine objektive Menge für einen durchschnittlichen Hektarertrag einer Teefarm in China zu bestimmen und damit zu klären, wer hier Recht hat.

    Dies liegt auch daran, dass es vielerorts bisher keine Dokumentation über die Menge der geernteten frischen Teeblätter gibt. Diesen zusätzlichen Arbeitsschritt der genauen Mengendokumentation hielt man auch bei Wulongshan nicht für nötig, da die gesamte Menge von den eigenen Feldern stammt und von angestellten Arbeitern geerntet wird.

    Tatsächliche Rückverfolgbarkeit existiert ebenfalls nicht, die faktische Herkunft einer Teemenge kann nicht festgestellt werden, weil eine objektive Methode dafür fehlt. Nach entsprechender Forschung gäbe es durchaus die Möglichkeit mit Element- und Isotopenanalysen die geographische Herkunft eines Produktes mit ziemlicher Genauigkeit festzustellen. Leider fühlt sich das EU Kontrollsystem in allen Bereichen nicht zuständig, solche Sicherungsmaßnahmen zu verankern und die nötigen Prozesse einzuleiten. Umso mehr müssen der Handel und private Organisationen wie Fairbiotea Verantwortung übernehmen, um Defizite des Kontrollsystems aufzudecken und soweit wie möglich auszugleichen. Das Forschungsprojekt zur Herkunftsbestimmung mittels Element- und Isotopenanalyse, welches Fairbiotea angestoßen hat, wartet derzeit auf die Finanzierung mit Forschungsgeldern. Weitere Informationen darüber finden Sie in unserem allgemeinen Newsletter aus dem Jahr 2019.

    Wulongshan blieben daher 2019 nur die Einkünfte aus 60 Tonnen Bio-Exportware. Für den Rest der Ernte wurde von der Kontrollstelle der Bio-Status aberkannt, und der Tee musste als konventionelle Ware verkauft werden.

    Weitere Investitionen in die Sicherheit und Nachhaltigkeit wurden so erstmal erschwert. Dass sich die bisherigen Investitionen in die Modernisierung der Fabriken gelohnt haben, zeigen die sehr guten Laborergebnisse der 2020er Ernte.

    Die Mindestanforderungen von Fairbiotea bezüglich der Produktsicherheit gehen über das Biorecht hinaus. So entsprach die Ausstattung der Vorverarbeitungsfabriken von zwei neuen Flächen, die 2019 ihre Umstellungszeit beendet hätten, nicht unseren Ansprüchen. Die Bedingungen dort können den Tee nicht vor der Kontamination mit Umweltgiften schützen, vor allem durch den umfassenden Gebrauch von Kohle als Brennmaterial in den verschiedenen Maschinen. Diese Flächen waren von Wulongshan als Erweiterung der Farm geplant, allerdings ohne direkte Absprache mit Fairbiotea. Die Flächen sind aber von den moderneren Fabriken wie z.B. in Guanqiao zu weit entfernt, als dass die Teeblätter dort verarbeitet werden könnten.

    Diese beiden Flächen konnten aus oben genanntem Grund 2019 nicht in Fairbiotea aufgenommen werden. Wulongshan war darüber hinaus vorher nicht bekannt, dass für diese beiden Farmen aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe eine separate, eigene Zertifizierung nötig gewesen wäre, da sie in einem anderen Verwaltungsbezirk als Wulongshan liegen. Die Zertifizierungskosten wären dadurch um ein Wesentliches höher gewesen als wenn sie im gleichen Bezirk gelegen hätten, da die Grundgebühr für die Zertifizierung eines Betriebes doppelt angefallen wäre.

    Der Ausfall der Exporteinnahmen aufgrund der Einschränkungen durch die Kontrollstelle, zusammen mit den höheren Zertifizierungskosten, hätten Wulongshan leider in eine finanzielle Schieflage gebracht. Wulongshan sah sich dazu gezwungen, beide Flächen aufzugeben und nicht mehr zertifizieren zu lassen.

    Eine andere Entwicklung, die die Geschehnisse 2019 ausgelöst haben, ist, dass die Endverarbeitungsfabrik von Wulongshan Verarbeitungs- und Verpackungsaufträge von umliegenden konventionellen Farmen annehmen musste. Mit den kleinen verbleibenden Mengen war der Betrieb der Fabrik nicht mehr wirtschaftlich. Um eine höhere Auslastung zu erhalten und die festangestellten Arbeiter das ganze Jahr beschäftigen zu können, wurden zusätzliche Aufträge angenommen.

    Vor allem die erste Frühjahrsernte, welche hauptsächlich in China vermarktet wird, wurde in der Endverarbeitungsfabrik von Wulongshan verarbeitet, da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Exportware gibt. Dies ist bei entsprechender Trennung und Dokumentation vollkommen legitim. Da Fairbiotea jedoch aus Gründen der Bio-Sicherheit – Labore können heute kleinste Mengen an Kontaminationen in der Bioware feststellen - eine strikte Trennung der Verarbeitung von konventioneller Ware und Bioware als erweiterte Anforderung des Entwicklungsplanes vorsieht, gehen die Planungen bei Wulongshan dahin, die Verarbeitung konventioneller Ware räumlich komplett von der Bioproduktion zu trennen.

    Für kleine Unternehmen ist es sehr schwer in Sicherheit, Nachhaltigkeit und modernes Equipment zu investieren, da sich solche Investitionen erst ab einer gewissen Produktionsmenge amortisieren. Die Marge am Verkauf des Biotees ist zu gering, um das schon mit kleinen Mengen zu erreichen. Deswegen gibt Fairbiotea Abnahmegarantien, um eine Planungssicherheit zu gewährleisten, auf dessen Grundlage solche Investitionen möglich sind.

    Nach der intensiven Kontrolle 2019 verlief die Kontrolle 2020 ohne Auffälligkeiten. Derzeit sind 38,67 Hektar Anbaufläche mit einer Produktionsmenge von 125 Tonnen getrocknetem Tee zertifiziert. Den aktuellen Entwicklungsstand haben wir auf unserer Seite Wulongshan – Entwicklung dokumentiert.

    Kompostproduktion

    2020 wurde aufgrund der Einschränkungen durch Covid-19 kein Kompost produziert. Es war lange Zeit nicht möglich, Transporte der benötigten Zutaten wie Dung etc. durchführen zu lassen. Daher hat Wulongshan die Kompostproduktion für dieses Jahr aufgegeben, plant aber im kommenden Jahr 2021 damit weiterzumachen.

     

    Schließen

  • November 2019
    Die diesjährige Inspektion hat einige Änderungen für Wulongshan ergeben. Aufgrund von etlichen Missverständnissen zwischen Produzent und Kontrollstelle, wurde die Vermarktung der diesjährigen Ernte einiger Flächen als Bio-Ware untersagt, eine der Flächen wurde sogar in die Umstellzeit zurückgestuft.
    Mehr lesen ...

    Zertifizierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit

    Die Kontrollstelle CERES hat auf Initiative von Fairbiotea im Hinblick auf die neue EU-Bio-Verordnung 2018/848 hin ihre Prozesse überprüft und angepasst. Es fanden z.B. neue Methoden der Vermessung der Flächen mithilfe von Google Maps Anwendung. Außerdem wurde eine Testernte samt Vorverarbeitung durch mehrere Inspektoren begleitet, um zu verlässlichen Ertragszahlen zu kommen. Diese neuen Verfahren bedürfen aber weiterer Verbesserungen, zum jetzigen Zeitpunkt sind sie auch noch nicht voll funktionstüchtig. Hier ist zukünftig die Drittlandkontrollstelle gefordert, zuverlässige Verfahren zu entwickeln.

    Rückverfolgbarkeit wird in Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen. Die oben beschriebenen Maßnahmen zielen auf eine sichere Feststellung der Ertragsmengen der einzelnen Flächen ab. Einen ganz anderen Weg, nämlich den Herkunftsnachweis mittels Isotopen- und Elementanalyse, geht ein einzigartiges Forschungsprojekt, welches von Fairbiotea unterstützt wird. Hintergrund dieses Projektes ist die Tatsache, dass die in Boden und Gestein enthaltenen Isotope und Elemente messbare Signaturen im pflanzlichen Material hinterlassen. Vergleicht man diese Signaturen mit Vergleichsdaten aus Boden- bzw. Gesteinsproben, kann mit ziemlicher Genauigkeit gesagt werden, ob eine Pflanze dort gewachsen ist oder nicht. Dies trifft auch auf getrocknete Teeblätter zu.

    2018 hat Fairbiotea eine Wissenschaftlerin zu drei unserer Farmen begleitet, um dort erste Muster von Boden, Gestein und Teeblättern zu ziehen. Auch in Wulongshan erfolgte eine solche Beprobung auf mehreren Flächen. Das Projekt wartet nun auf die Bereitstellung von öffentlichen Forschungsgeldern.

    Kompostproduktion

    Eine sehr erfreuliche Nachricht aus Wulongshan ist der Aufbau eines ersten Komposthaufens im Juni 2019. Die zur Verfügung stehenden Flächen in Wulongshan reichen aber nicht aus, um genügend Biomasse für die Kompostherstellung zu ernten. Zudem befinden sich zurzeit nur wenige Tiere in der Teeplantage. Daher musste für den ersten Kompost noch Biomasse und Dung von außerhalb zugekauft werden. Zum Anlegen und Wenden des Haufens verwendet Wulongshan einen geliehenen Frontlader.

    Kostenintensive Spezialmaschinen fehlen noch, genauso wie eine geeignete Plane zum Abdecken des Komposts, um ihn vor Regen und zu viel Nässe zu schützen. Dazu hat man erst mal eine Art Strohdach auf einem Gestell über dem Haufen errichtet.

     

    Schließen