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ENTWICKLUNGSSTAND Shangba Teegarten & ZHENGAN TIANCI

Die biozertifizierte Anbaufläche dieses Teegartens beträgt ca. 530 Hektar. Dort werden ca. 1800 Tonnen frische Teeblätter geerntet, die in einer Vorverarbeitungsfabrik und einer Endverarbeitungsfabrik zu ca. 450 Tonnen fertig getrocknetem Biotee verarbeitet werden.

Zertifizierungen, Sicherheit, Nachhaltigkeit

Entwicklungszusammenarbeit seit 2014
mit Fairbiotea
Vollwertige Fairbiotea-Mitgliedschaft seit 2018
Fairbiotea
Management und rechtmäßiger Inhaber
Zhengan Tianci Ecological Technology Co., Ltd.
Leitung des Teeanbaus und der Teeverarbeitung
Zhengan Tianci Ecological Technology Co., Ltd.
Biozertifiziert nach EU-Bio und USDA/NOP seit 2008
durch CERES
Tracert-Inspektionen von Export, Entwicklung und Biosicherheit seit 2016
durch CERES und Fairbiotea
Nachhaltigkeitszertifiziert nach UTZ seit 2017
durch CERES
Nachhaltigkeitszertifiziert nach Rainforest Alliance
durch Huaxia Certification Center, Inc.
Qualitäts- und hygienemanagementzertifiziert nach ISO 9001, ISO 22000 und ISO 14001 seit 2015
durch Huaxia Certification Center, Inc.

Im Jahr 2018 waren die Mindestanforderungen des Fairbiotea-Entwicklungsplanes vollständig umgesetzt und damit die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft bei Fairbiotea geschaffen.

Beratung und Entwicklung

Fairbiotea ist aus der Notwendigkeit heraus entstanden, denn in den biozertifizierten Teegärten üblicherweise wenig Wissen über ökologischen Landbau, Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit vorhanden. In den meisten chinesischen Bioteegärten gibt es einen großen Beratungsbedarf hinsichtlich ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Zudem wissen europäische Händler und Verbraucher im Allgemeinen kaum etwas über die reale Situation in den Bioteeplantagen. Fairbiotea möchte diese Informationslücken durch Beratung und ehrliche Berichterstattung schließen und die nachhaltige Entwicklung in China und in Europa aktiv unterstützen.

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Darüber hinaus werden in China dringend Bioberatungsstellen und Bioanbauverbände benötigt, die nach mehr als 20 Jahren Bioanbau leider noch immer nicht existieren.

Da Bioberatungsstellen fehlen und Biokontrollstellen nicht beraten dürfen, wird in chinesischen Biobetrieben improvisiert. Diese Tatsache und die kulturellen Unterschiede zwischen Chinesen und Europäern führen häufig zu Missverständnissen.

Fairbiotea berät das Management in den Betrieben und die Manager geben ihr Wissen anschließend an die Mitarbeiter weiter. Ein betriebsinternes professionelles Ausbildungssystem ist noch nicht gewährleistet. Fairbiotea erstellt Entwicklungspläne, die den Teegärten als Basis für eine nachhaltige Entwicklung dienen.

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Parallelproduktion

Seit Beginn der Umstellung der verbliebenen konventionellen Anbauflächen auf Biobewirtschaftung im Jahr 2014 gibt es im Shangba-Teegarten und in den Verarbeitungsfabriken keine Parallelproduktion mehr, bei welcher konventionelle Produkte und Bioprodukte mit-, neben- oder hintereinander angebaut oder verarbeitet werden. Dadurch wird verhindert, dass konventionell hergestellte Produkte biologisch hergestellte Produkte verunreinigen oder dass es zu ungewollten Vermischungen kommt. Im gesamten Unternehmen wird seit 2017 rein biologisch produziert.

Nachhaltige ökologische Landwirtschaft, Nährstoffkreisläufe

Ökologische Landwirtschaft muss deutlich mehr sein als der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, mehr sein als das, was die EU-Verordnung regelt und was Biokontrollstellen üblicherweise kontrollieren.

In der biologischen Landwirtschaft kann auf ein Nährstoffmanagement nicht verzichtet werden. Der Kern der ökologischen Landwirtschaft ist die Kreislaufwirtschaft. Dies bedeutet: Nährstoffe, die bei der Ernte aus der Landwirtschaft entnommen werden, sollen durch die Herstellung und Anwendung von Kompost und andere natürliche Anwendungen wieder in die Landwirtschaft eingetragen werden.

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Der Fairbiotea-Entwicklungsplan sieht die Erstellung eines Planes zur Kompostherstellung vor, der anschließend auch umgesetzt wird. Bis es soweit ist, dass ein Teegarten die eigenen Nährstoffe in ausreichenden Mengen produziert, können allerdings Jahre vergehen. Auch in Shangba wird dieser Teil des Entwicklungsplanes erst in einigen Jahren vollständig umgesetzt werden können.

Derzeit befindet sich eine relativ große Anzahl von Tieren für die Dungproduktion im Umfeld von Shangba: 50 Rinder und 200 Ziegen. Der Dung würde für die Produktion einer ausreichenden Menge hochwertigen Komposts genügen. Die zur Verfügung stehenden Flächen in Shangba reichen jedoch nicht aus, um genügend Biomasse für die Kompostherstellung zu sammeln. Es müssen weitere Quellen für ausreichend Biomasse gesucht und gefunden werden.
Im Jahr 2017 wurden ca. 100 Tonnen Kompost hergestellt. Gemessen an der Größe der landwirtschaftlichen Fläche ist dies eine kleine Menge, weshalb der Teegarten fertigen organischen Dünger hinzukaufen muss. Um eine Kompostherstellung in ausreichenden Mengen zu ermöglichen, müssen neue kostspielige Maschinen angeschafft und finanziert werden.

Das Pflanzen von Steinklee zur Fixierung von Stickstoff im Boden und zur Unterdrückung von Unkraut ist dagegen eine der einfacheren Maßnahmen, die der Fairbiotea-Entwicklungsplan vorsieht. Auch diese Maßnahme ist in Shangba noch nicht umgesetzt.

Für eine gute Nährstoffversorgung ist außerdem die arbeitsintensive manuelle Unkrautbeseitigung zwischen den Teebüschen wichtig. Diese hilft auch, Kontaminationen der Kulturpflanzen mit Pflanzengiften, die sich in Unkräutern befinden, zu verhindern. Wo Unkrautbeseitigung nötig ist, wird sie von Hand vorgenommen. Da die Bepflanzung des Teegartens allerdings modern und sehr dicht ist, beschatten die Teebüsche den Boden. Dadurch wird Unkrautwuchs unterdrückt und Feuchtigkeit im Boden fixiert. So wird der Aufwand für die manuelle Beseitigung des Unkrauts auf ein Minimum reduziert.

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Nachhaltige Teeherstellung, Modernisierung der Teefabriken, Hygienemanagement, Kontaminationsmanagement

Die Anforderungen der europäischen Lebensmittelgesetze, der europäischen Handelsunternehmen, der Verbraucher, der Zertifizierungsverfahren und der damit verbundenen erforderlichen Dokumentationen stellen Produzenten vor große Herausforderungen, die sowohl inhaltlich schwer zu erfüllen als auch aus den laufenden Einnahmen kaum finanzierbar sind.

Die stetig besser werdende Laboranalytik in Europa entdeckt immer neue gesundheitsgefährdende Stoffe in Lebensmitteln, auch in Tee, welche hauptsächlich auf Kontaminanten aus der weltweit zunehmenden Umweltbelastung zurückzuführen sind. Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel waren in Shangba-Tee bisher nicht messbar.

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Abgase und Verbrennungsrückstände aus Industrie, Verkehr und Privathaushalten aber auch globale Umweltkatastrophen und die industrielle Landwirtschaft kontaminieren bei ungünstigen Witterungsverhältnissen die ökologisch angebauten landwirtschaftlichen Produkte. Nicht selten bestehen die Umweltgifte aus Substanzen, die in ihrer chemischen Zusammensetzung von Pflanzenschutzmitteln nicht zu unterscheiden sind. Dadurch ist es schwierig festzustellen, ob ein im ökologischen Landbau verbotener Stoff durch verbotene Anwendung oder durch unvermeidbare Umweltkontamination in ein Bioprodukt gelangt ist. Aus unvermeidbaren Umweltkontaminanten können z.B. bei der Teeverarbeitung mit hohen Temperaturen durch Röstprozesse und Rauch neue chemische Verbindungen entstehen, die auch wieder nicht von verbotenen Pflanzenschutzmitteln unterschieden werden können. Die globale Umweltbelastung kann nur mit globaler Umweltpolitik bekämpft werden. Trotzdem schreiben die EU-Gesetze die Einhaltung von Grenzwerten bzw. eine Minimierung von Kontaminationsrückständen vor.

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Die Einhaltung der in Europa geltenden gesetzlichen Grenzwerte ist mit enormem Aufwand verbunden. Das Teegartenmanagement hat von Anfang an eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Kontaminierungen beim Herstellungsprozess in den Teefabriken soweit wie möglich auszuschließen. Hierfür hat die Firma Zhengan Tianci Ecological Technology Co., Ltd. viel Geld in die Modernisierung von Gebäuden und Verarbeitungsmaschinen investiert.

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  • Die hygienischen Bedingungen wurden in allen Teefabriken optimiert. Die Fabriken wurden umgebaut oder komplett neu gebaut.
  • Die Kohle- und Holzverbrennung bei der Teeherstellung wurde soweit wie möglich durch elektrische Energie ersetzt.
  • Die Mechanismen zur Temperaturkontrolle bei der Teeverarbeitung wurden verbessert.
  • Mögliche Kontaminationsquellen durch Schmiermittel (Mineralöl) wurden beseitigt.
  • Das HACCP-Hygienemanagement (ISO 22000) wurde eingeführt und zertifiziert.
  • Die Dokumentation und Rückverfolgbarkeit der Warenflüsse sowie die Kennzeichnung von Teeverpackungen wurden in allen Bereichen des Betriebes verbessert.
  • Jede Charge Tee wird im Labor auf chemische Rückstände untersucht.

Die Laborergebnisse belegen, dass die Modernisierungsmaßnahmen erfolgreich sind.

Bei der Herstellung von grünem Tee der Sorte Chun Mee durchlaufen die Teeblätter normalerweise einen Röstprozess bei sehr hohen Temperaturen über 300 Grad Celsius, wobei sich gesundheitsbedenkliche Chemikalien bilden können.

Durch eine weitgehende Umstellung der Brennstoffe von Kohle und Holz auf elektrische Energie und durch das Beschießen der frischen Teeblätter mit Wasserdampf (dämpfen) konnten Kontaminationen minimiert werden. Auch wurden dadurch die Temperaturen gesenkt, so dass sich das Risiko für die Entstehung chemischer Reaktionen mit Umweltgiften bei der
Teeverarbeitung verringert hat.

Da wie erwähnt stetig neue gesundheitsgefährdende Stoffe aus natürlichen Vorkommen oder aus der allgemeinen Umweltbelastung entdeckt werden, werden uns Minimierungsmaßnahmen in Zukunft weiter beschäftigen – zumal es kaum wissenschaftliche Forschungen dazu gibt, welche eigentlich die Basis für die Gesetzgebung bilden sollten.

Es ist eine Illusion, der ökologische Anbau und die Natur könnten frei von allen Gefährdungsstoffen sein. Die EU-Gesetzgebung für Schadstoffe in Lebensmitteln basiert zum Teil auf Annahmen, die nicht wissenschaftlich belegt sind oder auf inzwischen veralteten Annahmen. Es gibt tausende gesundheitsschädliche Einzelsubstanzen, und es dauert viele Jahre, Überprüfungsverfahren durchzuführen und die Gesetzgebung an neue Erkenntnisse anzupassen. Eindeutig belegt ist allerdings, dass Bioprodukte nur einen Bruchteil der chemischen Rückstände von Nicht-Bioprodukten enthalten.

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Nachhaltige soziale Beschäftigungsverhältnisse

Zhengan Tianci Ecological Technology Co., Ltd. ist ein Unternehmen, das die Flächen seiner biozertifizierten Teegärten für 50 Jahre von Kleinbauern gepachtet hat. Damit ist das Unternehmensmanagement für die landwirtschaftlichen Flächen und die Teefabriken verantwortlich. Die vorher selbständigen Kleinbauern wurden von dem Unternehmen eingestellt und besitzen Arbeitsverträge. In China unterliegen Company-Farmen wie Zhengan Tianci Ecological Technology Co., Ltd. dem chinesischen Arbeitsrecht und sind gesetzlich verpflichtet, allen Arbeitnehmern Arbeitsverträge auszustellen.

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Das chinesische Arbeitsrecht ähnelt dem Arbeitsrecht in Deutschland und gilt für alle Kurz- und Langzeitbeschäftigen eines Unternehmens. Alle Beschäftigten haben Anspruch auf einen Arbeitsvertrag. Außerdem gibt es einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn (ca. 200 Euro monatlich), der bei qualifizierten Mitarbeitern oft weit überschritten wird. Alle Arbeitnehmer sind gesetzlich renten-, kranken- und unfallversichert. Die Beiträge hierfür übernehmen anteilmäßig Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die internationalen Arbeitsstandards der ILO (International Labour Organisation) werden in chinesischen Unternehmen eingehalten. Für die ehemaligen Kleinbauern bedeuten diese Arbeitsbedingungen eine enorme Verbesserung ihrer Einkommensverhältnisse und Absicherung und somit einen Schutz vor Armut. Sie besitzen national und international Rechte, die sie als Kleinbauern nicht hatten und sind vor Ausbeutung weitgehend geschützt.

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Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und Handelskooperation

Seit Beginn der Entwicklungszusammenarbeit mit Fairbiotea Anfang 2014 hat sich die Shangba-Teeplantage sehr gut entwickelt, und es wurde sehr viel geleistet, um nachhaltige internationale Standards zu erreichen. Nun ist es wichtig, höhere Einnahmen zu erzielen, um die Nachhaltigkeitsziele langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.

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Mit der kontinuierlichen Arbeit an der Umsetzung des von Fairbiotea ausgearbeiteten Entwicklungsplanes hat das Zhengan Tianci-Teegartenmanagement die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Ökologie, Soziales, Qualitätsmanagement und Ökonomie übernommen. Damit werden Rechtlosigkeit, Ausbeutung und Missmanagement, die in kleinbäuerlichen Bioteegärten üblich sind, beendet.

Inzwischen hat der Shangba-Teegarten und Zhengan Tianci Ecological Technology Co., Ltd. als Betreiber alle Mindestanforderungen für die Aufnahme bei Fairbiotea erfüllt und ist seit 2018 vollwertiges Mitglied.

Fairbiotea ist seinen Verpflichtungen gegenüber Shangba ebenfalls nachgekommen und hat das Teegartenmanagement in seiner Nachhaltigkeitsentwicklung beraten. Zudem wurden 2016 und 2017 im Auftrag von Fairbiotea jeweils ca. 200 Tonnen Shangba-Tee nach Deutschland importiert. Für diese Menge gibt Fairbiotea eine langfristige Abnahmegarantie, was für Shangba eine wichtige Investitions- und Planungssicherheit bedeutet. Die garantierte Abnahmemenge ermöglicht es der Teeplantage, ihre weitere Nachhaltigkeitsentwicklung auf Dauer zu finanzieren und umzusetzen.

Leider verweigert der europäische Markt die Zahlung fairer Produktpreise, die die Kosten für eine nachhaltige Entwicklung berücksichtigen und den Produzenten genügend Einnahmen für ihre zügige Nachhaltigkeitsentwicklung verschaffen. Wenn die finanziellen Mittel aus dem Teeabsatz fehlen, kann sich Nachhaltigkeit nur langsam entwickeln, oder die Erzeuger sind gezwungen, risikoreich zu investieren oder sie finanzieren ihre nachhaltige Entwicklung aus Rücklagen oder Krediten.

Um Shangba höhere Einkünfte für seine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, plant Fairbiotea, die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Dies kann durch fairere Teepreise in Europa unterstützt werden sowie durch größere Exportmengen oder durch eine Diversifizierung der von Zhengan Tianci hergestellten Teesorten.

Traditionell stellt Zhengan Tianci für den Export fünf Sorten Grüntee her: die Blatt-Tees Chun Mee, Sencha, Lung Ching und Gunpowder sowie den aus der Siebung dieser Tees hergestellte Fannings, der für Aufgussbeutelproduktion in Europa verwendet wird.

Etwa 20 Prozent der gesamten Tee-Ernte, die besten Frühlingstees, werden zu 6 bis 25fach höheren Preisen als im Export zu erzielen sind im chinesischen Markt verkauft. Die für den Export nach Europa produzierten Tees erzielen die niedrigsten Preise aller bei Shangba produzierten Tees.

Durch die Produktion zusätzlicher Teesorten für den Export, welche höhere Preise oder größere Exportmengen im europäischen Markt erreichen können, könnten die Einnahmen von Shangba erhöht werden. Aber auch dafür müssen zunächst weitere Investitionen getätigt werden.

Vor allem aber müssen auch die europäischen Verbraucher bereit sein, bessere Teesorten zu kaufen und zu konsumieren.

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Zusätzliche Kontrollen durch die Bio-Drittlandkontrollstelle

Der Fairbiotea-Entwicklungsplan sieht neben den Inspektionen für die jeweiligen Zertifizierungen durch die Kontrollstellen weitere Kontrollen durch Fairbiotea vor. Dies ist deshalb nötig, weil die Kontrollen im Rahmen der Zertifizierungen nicht nachhaltig oder unzureichend sind. Wulongshan, Fairbiotea und die zuständige und unabhängige Bio-Drittlandkontrollstelle arbeiten bei den Kontrollen zusammen.

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Die Basis dieser zusätzlichen Kontrollen ist eine vertragliche Vereinbarung, welche vollständige Transparenz in der Zusammenarbeit zwischen Zhengan Tianci, Fairbiotea und der Bio-Drittlandkontrollstelle schafft. Es findet ein beständiger offener Datenaustausch zwischen Zhengan Tianci, Fairbiotea und der Bio-Drittlandkontrollstelle statt. Fairbiotea beauftragt die Kontrollstelle. Sie kontrolliert die Einhaltung und Umsetzung der Maßnahmen und Ziele des Fairbiotea- Entwicklungsplanes. Diese Kontrolle findet entweder im Rahmen der jährlichen Inspektion für die Biozertifizierung oder während einer extra angesetzten Inspektion statt. Die Inspektionsberichte werden sowohl an Fairbiotea als auch an Zhengan Tianci übermittelt.

Bei jedem Tee-Export, der von Fairbiotea in Auftrag gegeben wird, erfolgt eine zusätzliche Exportinspektion durch die Bio-Drittlandkontrollstelle (TraCert-Inspektion). Bei dieser Inspektion wird nach genauen Vorgaben die Beschaffenheit der Verpackung und die Kennzeichnung der für den Export bereitgestellten Ware geprüft. Außerdem entnehmen die Inspektoren nach einem bestimmten Bemusterungsplan von jeder Teecharge Proben, versiegeln diese und schicken sie an Fairbiotea. Zusätzlich prüfen sie die landwirtschaftliche Herkunft der Ware und vergleichen sie mit den Angaben des Produzenten. Fairbiotea erhält anschließend einen Inspektionsbericht zur Prüfung der Warenfreigabe.

Die versiegelten Teeproben werden in einem akkreditierten deutschen Lebensmittellabor auf Schadstoffe und verbotene Pflanzenschutzmittel untersucht. Fairbiotea beurteilt die Laborberichte und erteilt dem Produzenten eine Freigabe der Ware für die Verschiffung oder lehnt die Ware ab – je nach Befund des Laborberichtes.

Fairbiotea leitet die Laborberichte an den Produzenten weiter. Liegt eine Verschiffungsfreigabe durch Fairbiotea vor, beantragt der Produzent bei der zuständigen Bio-Drittlandskontrollstelle ein Transaktionszertifikat für den Export nach Europa. Hierfür reicht der Produzent auch die Laborberichte mit ein. Die Kontrollstelle erhält dadurch die Möglichkeit, den Biostatus zusätzlich anhand der Laborberichte zu prüfen und stellt im Auftrag von Fairbiotea nochmals fest, ob die Ware am angegebenen Ort landwirtschaftlich erzeugt wurde. Als zusätzliche Sicherheit prüft die Kontrollstelle den Mengenfluss des Teegartens.

Bestätigt die Bio-Drittlandskontrollstelle, dass alle gesetzlichen Vorgaben für den Biostatus eingehalten werden, wird ein Transaktionszertifikat ausgestellt. Der Produzent kann dann den Export in die Wege leiten.

Die oben beschriebenen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen sind in der EU-Bioverordnung nicht vorgesehen. Sie sind jedoch notwendig, denn ohne sie ist es fast nicht möglich, einen bewussten Betrug mit Bioprodukten aufzudekken. Die Maßnahmen finden bisher nur dann statt, wenn ein Handelsunternehmen den Auftrag dafür erteilt und bereit ist, sie zu bezahlen.

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