Stand 20.01.2014
www.fairbiotea.de

Zusätzliche Maßnahmen und Standards für chinesische Teefarmen zur Weiterentwicklung
des Fairbiotea-Systems

 

  1. Vereinbarungen zwischen Fairbiotea, Teefarmen, Teefabriken und Tee-Exporteuren zur Einführung und Entwicklung des nachhaltigen Fairbiotea-Systems, auf Basis einer langfristigen partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Voraussetzung für diese Kooperation ist eine aktuelle Bio-Zertifizierung auf Grundlage der aktuellen europäischen Gesetzgebung, deren Einhaltung von einer akkreditierten europäischen Bio-Kontrollstelle ständig überwacht wird. 

  2. Gemeinschaftliche Produktionsplanung und marktgerechte Produktdiversifizierung, mit dem Ziel der optimalen Vermarktung der Produktionsmenge.

  3. Abnahmegarantien mit dem Ziel, faire und kostendeckende Exportpreise zu erreichen, erlauben  angstfreie und schrittweise Investitionen in die nachhaltige Entwicklung.

  4. Das Bonussystem leistet einen finanziellen Beitrag und unterstützt die Farmen bei der Finanzierung der nachhaltigen ökosozialen Entwicklung und bei der Modernisierung. Die Teebauern oder die jeweiligen Arbeitsgemeinschaften sollen für den ökologischen Anbau gewonnen und entsprechend weitergebildet und motiviert werden. Das Prämiensystem wird als Steuerungselement für die Umsetzung der Fairbiotea-Entwicklung eingesetzt und ist eine freiwillige Leistung, die nur dann gezahlt wird, wenn vor Ort kontrollierbar sichergestellt ist, dass dieser Beitrag auch sein Ziel erreicht. Voraussetzung für die Auszahlung ist die Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen.

  5. In einem kostenlosen Beratungsprogramm bilden qualifizierte Berater die Manager in den Teefarmen in der Landessprache vor Ort  in Organic-Food-Chain-Management aus.

  6. Die Parallelproduktion(die privaten Gemüsegärten der Bauern werden konventionell und die Teeflächen daneben biologisch bewirtschaftet oder Teefabriken, in denen sowohl konventionelle als auch biologische Tees verarbeitet werden) muss in den Fairbiotea-Farmen aufgegeben werden, um Kontamination mit chemischen Pflanzenschutzmitteln auszuschließen.

  7. Nährstoffkreislauf: Zum gezielten Aufbau eines natürlichen Nährstoffkreislaufs muss Material für die Kompostierung angebaut oder beschafft werden. Hierfür müssen entsprechende Flächen verfügbar sein oder erschlossen werden. Große Mengen organischer Abfälle und Biomasse müssen gesammelt und transportiert werden. Transportwege müssen gebaut werden. Enten, Hühner, Schweine, Ziegen, Schafe und Rinder müssen gekauft bzw. gezüchtet werden. Die für deren Unterbringung und Ernährung notwendigen Infrastrukturen müssen geschaffen werden. Zur Bodenverbesserung und zur Eindämmung von Erosion müssen Schattenbäume gepflanzt werden. Um diese Voraussetzungen für die Herstellung von nährstoffreichem Kompost zu realisieren, benötigen die Kompostmanager und Bauern entsprechende beratende Unterstützung – Unterstützung, die Fairbiotea kostenlos zur Verfügung stellt. Zudem ist es erforderlich,  unterschiedliche Herstellungs- und Anwendungsmethoden in einem an der Praxis orientierten Kompostforschungsprojekt zu testen. Es gilt, die Effizienz der verschiedenen Methoden festzustellen, um das beste Verhältnis zwischen Kosten und Ertrag zu finden, bevor eine flächendeckende Anwendung erfolgt. Ziel ist es, die nachhaltige ökologische Landwirtschaft möglichst wirtschaftlich, umweltfreundlich und klimaschonend zu gestalten. Diese Art von Entwicklung ist sehr beratungsintensiv, arbeitsintensiv, kostenaufwändig und langwierig. Wenn am Ende der Forschungsphase nachgewiesen wird, dass der Nutzen größer ist als der Kostenaufwand, dann wird das angestrebte Ziel, die Farm mit großen Mengen natürlichen Nährstoffen zu versorgen, erreichbar sein. Auf diese Weise können die Bauern und Produzenten von der Errichtung eines natürlichen Nährstoffkreislaufs im nachhaltigen ökologischen Landbau überzeugt und motiviert werden, wovon sowohl die Bauern und Produzenten als auch Umwelt und Klima profitieren würden.

  8. Concert-Containerinspektionen: Vor dem Export führt eine unabhängige Biokontrollstelle im Ursprungsland ConCert-Containerinspektionen durch. Dabei wird die Einhaltung verschiedener Vorschriften überprüft und von jeder Charge Tee Muster entnommen, welche von einem anerkannten Labor auf Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel untersucht werden. Für die Fairbiotea-Zulassung müssen die Analyseergebnisse unter den Orientierungswerten des Bundesverbandes für Naturkost und Naturwaren (www.n-bnn.de) liegen. Nur wenn dies der Fall ist, kann die Ware in die EU exportiert werden.

  9. Transparenz und Rückverfolgbarkeit: Auf seiner Internetseite www.fairbiotea.de bietet Fairbiotea ausführliche Projekt- und Produktinformationen. Unter http://www.fairbiotea.de/fairbiotea/tee-farmen/china.html können Sie detaillierte Informationen zu den jeweiligen Fairbiotea-Farmen nachlesen. Unter „News“ (http://www.fairbiotea.de/news.html) erfahren Sie die aktuellen Entwicklungen in den Farmen. Auf diese Weise sorgt das Fairbiotea-System für Ehrlichkeit,  hohe Produktionstransparenz, Rückverfolgbarkeit und damit schließlich für mehr Biosicherheit.

  10. Qualitätsmanagementsysteme: Die Fairbiotea fördert ISO*- und HACCP*- Zertifizierungen in den Teefabriken. Die Zertifizierung durch Qualitätsmanagementsysteme hilft, Risiken in der Produktion zu kontrollieren und Qualität und Hygiene im Herstellungsprozess zu verbessern. Der Fairbiotea-Importeur selbst ist IFS*-zertifiziert. 

 

ISO International Standardisation Organisation
 
HACCP   Hazard Analysis and Critical Control Points
 
IFS International Food Standard
(Qualitätsmanagementsystem)

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