Stand 24.06.2014
www.fairbiotea.de

Fairbiotea Wuliang Heart Project, Dongzhai Teagarden,
Wuliang High Mountain, Yunnan Province, China

 

Inhaltsverzeichnis Standort und Lage
Das Leben in den Farm
Landesspezifische Strukturen
Arbeit, Soziales und Einkommen
Nachhaltiger biologischer Anbau
Fairbiotea-Beratung für eine nachhaltige ökosoziale Entwicklung
Nährstoffproduktion und Nährstoffkreislauf
Bonussystem
Tee-Ernte und Teeverarbeitung
Exportgarantien und Exportpreise
Zertifizierungen für den biologischen Landbau und das Qualitätsmanagement


 

Standort und Lage

Der Dongzhai-Bioteegarten liegt auf einer Höhe von etwa 1500 Metern in den Wuliang-Bergen in der Gemeinde Zhengwan, nahe der Stadt Pu’er in der südchinesischen Provinz Yunnan. Derzeit werden weitere ökologische Teeanbauflächen erschlossen. Die sehr heiße Gegend erfordert eine Bewässerung der Teebüsche. Mit Hilfe von Stauseen, Tanks und Leitungen wurde ein weit verzweigtes, kostenintensives Bewässerungssystem eingerichtet.

In der Umgebung des Dongzhai-Teegartens gibt es keine Industrieunternehmen, die eine Kontaminationsgefahr für die Bioanbauflächen darstellen könnten. Die Eigentümer des Teegartens, die Familie Dong, investiert viel Geld in die nachhaltige Verbesserung von Infrastrukturen, die Teeproduktion und die soziale Entwicklung. zurück

 

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In der Nachbarschaft des Teegartens gibt es noch konventionell bewirtschaftete Teeanbauflächen, die von den Bauern der Gemeinde Zhengwan in kleinbäuerlicher Landwirtschaft bewirtschaftet werden. Der Dongzhai-Teegarten hält Sicherheitsabstände zu den konventionellen Anbauflächen ein, damit Verunreinigungen der Biotee-Anbauflächen durch die konventionell bewirtschafteten Flächen vermieden werden. Derzeit wird eine neue Teefabrik gebaut, die künftig eine klare Abgrenzung von konventioneller und Bioware auch in der Teeverarbeitung sichergestellt.

Insgesamt umfasst der Dongzhai-Teegarten 166 Hektar Biotee-Anbaufläche. Er teilt sich in drei Abschnitte: Im Dorf Dongzhai sind derzeit 46 Hektar mit Tee (Camellia Sinensis) bepflanzt, im Dorf Wanzhangshan 20 Hektar. Im relativ neu bepflanzten Teil Maweishan mit ca. 100 Hektar kann erst wenig Tee geerntet werden. Neu gepflanzte Teebüsche bringen erst nach mehreren Jahren Wachstum den vollen Ernteertrag.

Die privaten Gemüsegärten, die der Selbstversorgung der in der Farm ansässigen Bauern dienen, werden ökologisch bewirtschaftet. Das Farmmanagement achtet darauf, dass auch hier keinerlei verbotene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Bis in die 90er Jahre hinein stand auf den heutigen Tee-Anbauflächen Wald. Das Gebiet, das von der Familie Dong langfristig gepachtet wurde, wurde zum Teil gerodet und das Holz verkauft. Den Erlös investierte die Familie in den ökologischen Teeanbau.

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Das Leben in den Farm

Innerhalb der ökologischen Teeanbauflächen existieren ca. 50 Haushalte (durchschnittlich 4 bis 5 Familienmitglieder pro Haushalt). Die Familie Dong gehört zur ethnischen chinesischen Minderheit der Dai. In der Provinz Yunnan gehören 38 Prozent aller Menschen ethnischen Minderheiten an. 62 Prozent der Einwohner sind Han-Chinesen. In ganz China leben 56 verschiedene Volksgruppen. In der Provinz Yunnan leben 26 verschiedene Volksgruppen, von denen 15 nur in dieser Provinz zu finden sind.

Die ortsansässigen Bauern im Dongzhai-Teegarten leben überwiegend vom biologischen Teeanbau. Daneben halten sie überwiegend zur Selbstversorgung Schweine und Hühner und bauen Gemüse an. Manche finden eine feste Anstellung in der Teefabrik oder im Teegartenmanagement.

Trotz weit verbreiteter Landflucht begann das Teegartenmanagement in den 90er Jahren Familien mit Kindern im Teegarten anzusiedeln. zurück

 

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Viele dieser Familien stammen von den Dai und anderen Minderheiten ab, aber auch Han-Chinesen wurden im Teegarten angesiedelt. Da viele junge Chinesen nicht mehr auf dem Land leben wollen, mussten Anreize für die Familien geschaffen werden: Das Teegartenmanagement hat einfache Steinhäuser für die Familien gebaut, für die sie keine Miete zahlen müssen. Die einzigen Kosten, die für die Bauern anfallen, sind für ihren Stromverbrauch. Die Bauern wurden in der Teeherstellung und im ökologischen Tee-Anbau ausgebildet. Jede Familie erhält vom Farmmanagement eine zum Leben ausreichende Fläche Land zur Bewirtschaftung. Jeder Arbeitsschritt wie z.B. Unkrautjäten, Biomasse für die Kompostproduktion sammeln, Kompost ausbringen, Teeschädlinge sammeln etc. wird vom Farmmanagement geplant und überwacht. Es wurde ein Vergütungssystem entwickelt, welches die einzelnen Arbeitsschritte entlohnt und darauf achtet, dass Anreize zur Motivation geschaffen werden. Beispielsweise soll jeder Bauer jährlich 400 Kilogramm Biomasse für Kompost sammeln. Die Tatsache, dass alles, was darüber hinaus an Kompostmaterial gesammelt wird, sehr gut bezahlt wird, motiviert die Bauern, deutlich mehr zu sammeln. Ähnlich wird es beim Absammeln von Teeschädlingen von den Teebüschen gehandhabt. Die gesammelten Raupen werden nach Anzahl vergütet. So werden die Bauern für die Mehrarbeit im ökologischen Anbau motiviert und gerecht entlohnt. Die Bezahlung beim Teepflücken erfolgt fair und nach klaren Vorgaben - nach angelieferter Menge und Pflückqualität. Die Teeverarbeitung in der Teefabrik bis zum Verpacken des fertigen Tees wird von ausgebildeten, dauerhaft angestellten Mitarbeitern des Teegartens vorgenommen. Die Bezahlung ist überdurchschnittlich und dem modernen China angepasst. Die Lebensbedingungen der Bauern sind, verglichen mit anderen chinesischen Teefarmen, komfortabel. Überall in der Farm ist der gegenseitige Respekt zwischen dem Gartenmanagement und den Bauern spürbar. Deshalb haben wir das Projekt Wuliang Heart genannt. Die Herzlichkeit ist überall in dem Garten präsent. Das ist in China nicht selbstverständlich.

Die chinesische Landbevölkerung hat üblicherweise kein leichtes Leben. Deshalb haben in den letzten Jahren viele junge Menschen im arbeitsfähigen Alter ihre Familien verlassen, um eine besser bezahlte Arbeit zu finden, oft fern der Heimat, in den großen Städten im Osten des Landes.

Ihre Wanderarbeitertätigkeiten sind oft die Haupteinnahmequelle für die Familien. Die Kinder leben meist bei den Großeltern auf dem Land, während die Eltern nur einmal im Jahr für zwei Wochen zum Frühlingsfest heimkehren. Zuhause leben häufig nur alte Menschen und Kinder. Die Alten pflanzen Gemüse, züchten Hühner, Schweine, Ziegen, Rinder und fischen im Fluss – oft ausschließlich zur Selbstversorgung. Auf diese Weise kann jedoch kein finanzielles Einkommen erzielt werden.

Diese Entwicklung wurde im Wuliang Heart-Projekt des Dongzhai-Teegartens durch ein einzigartiges nachhaltiges und faires Beschäftigungsmodell gestoppt, das allen Beteiligten nützt.

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Landesspezifische Strukturen

Privater Grundbesitz ist in China nicht möglich. Der Grund und Boden gehört dem Staat. Das Wuliang Heart-Projekt entstand in einem bewaldeten Gebiet, welches die Familie Dong vom Staat gepachtet hat. Ein Teil des Waldes wurde gerodet, das Holz verkauft und Tee angepflanzt. Seit 2003 steht der Wald unter Schutz und darf nicht mehr gerodet werden. Um diesen Schutz zu gewährleisten, hat der Staat der Familie Dong das Land zeitlich unbegrenzt und kostengünstig verpachtet.
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Im Allgemeinen herrschen in China ganz andere Strukturen als im Dongzhai-Teegarten.

Traditionell leben und arbeiten chinesische Bauern als Kleinbauern, die oft von Händlern und korrupten Lokalpolitikern ausgebeutet werden. In diesem traditionellen Model stellt der Staat vielen Bauernhaushalten kleine Flächen Land kostenlos als Nutzfläche zur Verfügung. Das Nutzungsrecht ist den selbständigen Bauern ein Leben lang garantiert und wird innerhalb der Familie weitervererbt. Niemand außer diesen Bauern hat das Recht, über dieses Land zu verfügen, es sei denn, die Bauern verpachten das Land an andere Bauern oder an landwirtschaftliche Produktionsfirmen (als sogenannte Company-Farmen).

Es ist unklar, warum ein Teil der ländlichen Haushalte Erbpachtland besitzt und ein anderer Teil nicht. Ebenso unklar ist, nach welchen Kriterien die unterschiedlich großen Flächen an die Vorfahren vergeben wurden.

In den sogenannten Company-Farmen, in denen meist teilstaatliche Betreiberfirmen das Land von den selbständigen Bauern gepachtet haben, geht das Nutzungsrecht von den Bauern auf die Produktionsfirma über. So kann der ökologische Anbau besser organisiert und kontrolliert werden. Dies ist auch wichtig für die Ausbildung und die Koordination des Qualitätsmanagements im ökologischen Landbau. Außerdem entstehen dadurch sowohl qualifizierte als auch unqualifizierte Arbeitsplätze, die ein höheres Einkommen ermöglichen als es selbstständige Bauern normalerweise erzielen können. In den Teeverarbeitungsfabriken der Betreiberfirma arbeiten in der Produktion neben Saisonarbeitskräften auch dauerhaft angestellte Fabrikarbeiter. Hinzu kommen Verwaltungsangestellte und Manager für die jeweiligen Unternehmensbereiche.

Wegen der verbreiteten Abwanderung der jungen Menschen aus der Landwirtschaft wird es zunehmend schwieriger, selbst in den umliegenden Dörfern genügend Erntehelfer zu finden. Auch eine ausreichende Anzahl an Saisonkräften steht kaum noch zur Verfügung. Der Arbeitskräftemangel in der Teelandwirtschaft belastet zunehmend die Qualität des arbeitsintensiven ökologischen Teeanbaus. Trotz stetig steigender Löhne lassen sich nicht genügend Arbeitskräfte finden. Die Städte mit ihrem modernen Leben sind für junge Leute attraktiver als das Leben auf dem Land.

Soziale Entwicklung von außen erfordert in China viel Diplomatie und einen langen Atem, da der chinesische Staat sich verständlicherweise die Kontrolle über die soziale Entwicklung vorbehält. Soziale Erhebungen werden ausländischen Organisationen grundsätzlich nicht gestattet. Deshalb sind soziale Zertifizierungen wie beispielsweise „Fairtrade“ in China derzeit nicht möglich oder sie werden illegal und unkontrolliert durchgeführt. Unabhängig davon lassen die international bekannten sozialen Zertifizierungen durchaus Raum für Kritik an ihrer praktischen Wirksamkeit.

Für die ökosoziale Entwicklung in den Farmen wäre die Gründung eines Bauernvereins, der die Interessen der Bauern vertritt, sinnvoll. Eine solche Interessenvertretung müsste in jeder Teefarm von den Bauern frei wählbar sein. Im Hinblick auf soziale und und strukturelle Probleme und Entwicklung anstehende Themen könnten direkt mit den Interessenvertretern besprochen werden. Mit der verbesserten und organisierteren Kommunikation könnte die Armut besser bekämpft und Korruption wirksam eingedämmt werden. Dieser von den Bauern gegründete Zusammenschluss könnte dann auch direkte finanzielle Zuwendungen (z.B. durch Hilfsorganisationen) an die Bauern vereinfachen, absichern, verwalten und auszahlen. Derzeit ist die Gründung von Vereinen in China nicht erlaubt.

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Arbeit, Soziales und Einkommen

Wie oben unter „ Das Leben in der Farm“ beschrieben, hat das Farmmanagement im Wuliang Heart-Projekt ein motivierendes Entlohnungssystem auf privater Ebene geschaffen, das auch einige soziale Komponenten enthält. Die jungen Familien, die sich entscheiden, im Teegarten zu leben und zu arbeiten, tun dies mit einer langfristigen Perspektive. Sie erhalten vom Gartenmanagement ca. 1 Hektar Teeland zur Bewirtschaftung und kostenlosen Wohnraum. Lediglich der eigene Stromverbrauch muss bezahlt werden. Die Wohnhäuser sind für ländliche chinesische Verhältnisse komfortabel.

Die Familien bewirtschaften ihre ökologischen Teeanbauflächen nach Vorgaben des Teegartenmanagements. Das gilt auch für die Tee-Ernte. Bezahlt wird nach Menge und Qualität des Pflückgutes. Es wird ausschließlich per Hand gepflückt. Jedes arbeitende Familienmitglied erzielt so mindestens 10.000 RMB pro Jahr, umgerechnet ca. 1200 Euro. Darüber hinaus kann weiteres Einkommen erzielt werden. So wird z.B. für das Sammeln von Biomasse für Kompost, für alles was über die Menge von 400 Kilogramm hinausgeht, 4 RMB pro 10 Kilogramm bezahlt. Ebenso erhalten die Bauern für das Absammeln von Teepflanzenschädlingen (Raupen) von den Teebüschen eine Extrabezahlung pro 100 Stück. Diese zusätzlichen Arbeiten sind beliebt und die Bauern sind motiviert möglichst viele dieser zusätzlichen Einnahmen zu erzielen.

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Grundsätzlich gilt in China folgende Regelung:

Der chinesische Staat hat für festangestellte Arbeiter in der Teefabrik Mindestlöhne und Arbeitszeiten festgelegt. Diese können von Provinz zu Provinz unterschiedlich sein. Für qualifizierte und dauerhaft in den Teefabriken Angestellte wird oft mehr als der Mindestlohn bezahlt, weil nur so qualifizierte Arbeitskräfte zu finden sind. Monatlich werden ca. 950 bis 1500 RMB (120 bis 190 Euro) bezahlt. Geleistete Überstunden werden mit Freizeit vergütet, wenn die Saison vorüber ist.

In der modernen Wirtschaft Chinas ist es üblich, dass Dauerbeschäftigte Arbeitsverträge mit einer Laufzeit von drei Monaten bis zu einem Jahr erhalten. Der Arbeitgeber muss seine Arbeitnehmer kranken- und unfallversichern. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge.

Saisonkräfte und Teilzeitkräfte ohne Arbeitsverträge (Wanderarbeiter) haben ebenfalls ein Recht auf Mindestlohn. Sie erhielten 2013 zwischen 70 und 90 RMB (ca. 8 bis 11 Euro) am Tag.

Wegen fehlender qualifizierter Arbeitskräfte in den Teefarmen und -fabriken steigen die Löhne für qualifizierte Arbeitskräfte von Jahr zu Jahr an. Auch die gesetzlichen Mindestlöhne werden Jahr für Jahr angehoben.

Alle Bauern können sich für ca. 2 Euro jährlich (2008) bei einer staatlichen Krankenversicherung versichern, was eine gewisse Absicherung darstellt, allerdings nicht alle notwendigen medizinischen Behandlungen einschließt.

Bauern, die ihr Land in eigener Regie bewirtschaften, haben als Selbständige kein Recht auf Mindestlohn und sind kaum sozial abgesichert.

In der Regel verzichten die selbständigen chinesischen Teebauern auf eine Krankenversicherung, weil ihnen bei ihrem geringen Einkommen aus der Teeproduktion von monatlich durchschnittlich ca. 50 Euro bereits 2 Euro im Jahr zu viel erscheinen. Schon seit längerer Zeit entwickelt die Regierung ein Solidaritätsmodell für eine staatliche Renten- und Krankenversicherung, in die alle Bürger einzahlen sollen. Dieses Modell ist bei den Bauern wegen der Kosten allerdings sehr unbeliebt.

Rechte, die die selbständigen Bauern vor Ausbeutung durch Produzenten und Teeaufkäufer schützen, sind praktisch nicht vorhanden. Die chinesische Landbevölkerung leidet trotz vorhandener Arbeit unter Armut.

Für Sesshafte, Kinderlose, Arme, Alte und Kranke in den Teefarmen sind zwei verschiedene Formen staatlicher sozialer Beihilfen bekannt:

Wu Bao Hu: Für bedürftige, kinderlose, gebrechliche und/oder kranke Haushaltsmitglieder, die nicht mehr arbeiten können, erhalten die Haushalte staatliche Beihilfe. Der Staat garantiert für Lebensmittel, Kleidung, medizinische Versorgung, Unterkunft und Beerdigung. Je nach Anspruch erhalten die Haushalte hierfür maximal ca. 180 Euro pro Jahr.

Di Bao Hu: Ortsansässige Bewohner, deren Einkommen unter den Kosten für die Grundversorgung liegt, haben Anspruch auf soziale Zuwendungen. Je nach Anspruchsberechtigung werden hier jährlich zwischen ca. 20 Euro und 150 Euro pro Haushalt ausgezahlt.

Darüber hinaus sind die Familien für die Versorgung ihrer bedürftigen Familienmitglieder verantwortlich.

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Nachhaltiger biologischer Anbau

Beim ökologischen Anbau geht es um die Einhaltung eines vorgeschriebenen Herstellungsprozesses, bei dem Umwelt und Natur geschützt und Tiere artgerecht gehalten werden. Die EU-Kommission hat entsprechende Verordnungen für Mindeststandards im ökologischen Landbau erlassen und ein Kontrollsystem geschaffen, das von zugelassenen privaten Biokontrollstellen weltweit kontrolliert werden soll.

Bei der Nachhaltigkeit im ökologischen Anbau spielt die Entwicklung von natürlichen Nährstoffkreisläufen (Kreislaufwirtschaft) eine zentrale Rolle. Nachhaltigkeit muss ebenfalls für die soziale Entwicklung und für faire Arbeitsbedingungen gelten.

Diese Nachhaltigkeitskriterien sind unter Berücksichtigung der chinesischen Verhältnisse im Dongzhai-Teegarten in beispielhafter Weise erfüllt. Insbesondere ist der respektvolle Umgang mit der Natur spürbar.

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Die EU-Verordnung hat nicht auf alle Fragen des ökologischen Anbaus eine zufriedenstellende Antwort, deckt aber Mindeststandards im ökologischen Prozess ab. Das europäische Biokontrollsystem ist derzeit nicht ausreichend, um eine risikoorientierte Kontrolle in Drittländern sicherzustellen. Auf Nachhaltigkeit wird bei den Kontrollen nicht geachtet, denn die EU-Kommission hat Nachhaltigkeit nicht als Teil der EU-Bioverordnung geregelt.

Im nachhaltigen ökologischen Prozess ist jegliche Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Düngern oder Unkrautvernichtungsmitteln verboten. Aus dieser Vorschrift ergibt sich für die Bauern in ökologisch bewirtschafteten Teefarmen eine erhebliche Mehrarbeit, z.B. bei der manuellen Beseitigung von Unkraut. Pflanzenschädlinge müssen im ökologischen Landbau auf natürliche Weise bekämpft werden. Oftmals fehlt das dafür nötige Know-how, so dass die natürlichen Maßnahmen oft nicht wirkungsvoll genug sind. Dies kann zu Ernteausfällen und damit zu finanziellen Einbußen für die Bauern führen. Die Herstellung und Anwendung natürlicher Düngemittel und Pflanzenschutzmittel muss von Farmmanagern und Bauern erlernt werden, so z.B. die Kompostherstellung. Der Aufbau eines farmeigenen Nährstoffkreislaufs mit effizienter Kompostanwendung erfordert oft jahrelange Forschung und Mehrarbeit. Wenn die benötigte Biomasse nicht in ausreichender Menge vorhanden ist und zugekauft werden muss, bedeutet dies erhebliche Einkommenseinbußen für Bauern und Produzenten. Infrastrukturen, wie z.B. angemessene Transportwege, Flächen und Ställe für die Tierhaltung etc. müssen geschaffen werden. Das alles verursacht für die Biobauern und Produktionsfirmen (Company-Farmen) Mehrarbeit und zusätzliche Materialkosten - Kosten, die in der konventionellen Landwirtschaft nicht anfallen. Es muss qualifiziert geschult werden und die Arbeit fachgerecht ausgeführt, intern kontrolliert, dokumentiert und finanziert werden. Dies ist die gemeinsame Aufgabe des Farmmanagements, der Bauern und der Fabrikarbeiter.

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Fairbiotea-Beratung für eine nachhaltige ökosoziale Entwicklung

Das Fairbiotea-Beratungssystem ist aus der Notwendigkeit heraus entstanden, dass in den zertifizierten Bioteefarmen kaum Wissen über ökologischen Landbau vorhanden ist. Hinzu kommt, dass auf der anderen Seite bei den europäischen Händlern und Verbrauchern kaum Wissen über die reale Situation in den Bioteefarmen vorhanden ist. In den meisten chinesischen Bioteefarmen besteht großer Bedarf an Beratung hinsichtlich einer nachhaltigen ökosozialen Entwicklung.

Im Dongzhai-Teegarten bedarf es dieser Beratung nicht mehr. Dort wurde in beispielhafter Weise eine nachhaltige Entwicklung eingeleitet. Gerade dies ist auch der Grund, warum Fairbiotea diesen Teegarten als Mitglied aufgenommen hat, seine nachhaltige Entwicklung unterstützt und versucht, Absatzquellen für seinen hervorragenden Tee in Europa zu erschließen. Jede nachhaltige Entwicklung erfordert finanzielle Mittel, die nur bei kostendeckendem Verkauf der nachhaltig produzierten Produkte zur Verfügung stehen.

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In vielen chinesischen Biotee-Farmen kommt es aufgrund von Parallelproduktion, mangelndem Wissen und fehlendem Qualitätsmanagement trotz regelmäßiger Farm-Inspektionen der europäischen Biokontrollstellen immer wieder zu Problemen durch Kreuzkontamination mit Pestiziden. Die Parallelproduktion, bei der die Bauern ihre privaten Gemüsegärten konventionell bewirtschaften, während sie nebenan den Biotee anbauen, ist nach EU-Ökoverordnung nicht grundsätzlich verboten, obwohl sie die Hauptursache für die Biotee-Kontamination mit chemischen Pflanzenschutzmitteln ist. Um dem entgegenzuwirken, wurde im Frühling 2008 ein Konzept für nachhaltigen ökosozialen Anbau entwickelt und das Fairbiotea-Projekt ins Leben gerufen. Inzwischen wurde ein in- und externes Beratungssystem zur Förderung einer nachhaltigen ökosozialen Entwicklung aufgebaut und die Fairbiotea-Standards festgeschrieben (siehe www.fairbiotea.de/zusaetzliche-standards.html). Sowohl das Beratungssystem als auch die Fairbiotea-Standards werden ständig angepasst und weiterentwickelt.

Professionell ausgebildete Mitarbeiter beraten das Farmmanagement der Fairbiotea-Farmen hinsichtlich der ökologischen Standards im Fairbiotea-System. Die Kosten übernimmt ein europäischer Fairbiotea-Importeur. Das Farmmanagement gibt das erworbene Know-how intern an die landwirtschaftlichen Mitarbeiter, die Farmmanager, das Qualitätsmanagement und an den Produktionsbereich (die Teefabrik) weiter.

Beratung, Forschung und die Weiterentwicklung nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft ist auch künftig in China unverzichtbar (siehe hierzu www.fairbiotea.de/vorwort-hintergruende.html).

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Nährstoffproduktion und Nährstoffkreislauf

Um einen farminternen Nährstoffkreislauf mit eigener Kompostherstellung aufzubauen, bedarf es langfristiger praktischer Schulung und Forschung innerhalb der Farm. Mist bzw. Dung ist Grundlage für hochwertigen Kompost, deshalb müssen Hühner, Enten, Schweine, Ziegen, Schafe, Rinder usw. entweder angeschafft werden oder Dung muss aus Zuchtbetrieben außerhalb des Teegartens zugekauft werden. Die teure Herstellung von stickstoffreichem Kompost in ausreichenden Mengen ist nur in einem langjährigen Entwicklungsprozess zu erreichen. Die Dongzhai-Farm ein ökologisches Vorzeigeprojekt bei dem dieser Prozess schon nahezu abgeschlossen ist.

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Der Dongzhai-Teegarten produziert pro Jahr ca. 1000 Tonnen Kompost (ca. 6 Tonnen pro Hektar). Die für den Kompost benötigte Pflanzenbiomasse wird im Teegarten von den Bauern gesammelt. Sie besteht aus frisch geschnittenen Pflanzenteilen, braunem gewelkten Pflanzenmaterial und Tonerde. Da im Teegarten nicht genügend Tiere als Dunglieferant zur Verfügung stehen, kauft das Gartenmanagement den zusätzlich benötigten Dung von Ziegenfarmern hinzu. Die Produktion von 1000 Tonnen Kompost kann nicht mehr per Handarbeit verrichtet werden. Allein für das Wenden des Komposts werden große Maschinen benötigt. Und der Kompost muss mehrfach gewendet werden. Die US-amerikanische Bioverordnung schreibt sogar ein fünfmaliges Wenden vor. In der EU-Verordnung gibt es kaum Vorschriften für die Kompostherstellung.

Den fertigen Kompost zum Düngen ihrer landwirtschaftlichen Flächen erhalten die Dongzhai-Bauern kostenlos.

Ob sich die Qualität des Komposts in der Dongzhai-Farm möglicherweise durch eine Fairbiotea-Beratung verbessern lässt, wird zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werden. Erstrebenswert ist ein interner Nährstoffkreislauf, bei dem neben dem Pflanzenmaterial für den Kompost auch der Dung aus dem eigenen Teegarten stammt. Die Haltung der zusätzlichen benötigten Tiere würden die Bauernhaushalte selbst übernehmen. Dies wäre für sie gleichzeitig eine Chance für zusätzliches finanzielles Einkommen. Möglicherweise fehlt es den Bauern aber an Zeit für zusätzliche Tierhaltung oder es fehlt an Weideflächen, Ställen oder verfügbarem Futter für die Tiere.

Da es keine Forschungen zum Thema Kompost im Tee-Anbau gibt, auf die zurückgegriffen werden kann, müssen für die beste Kompostherstellung und -Anwendung zunächst verschiedene Methoden praktisch erprobt werden. Im Fairbiotea-Projekt werden Kosten und Nutzen verschiedener Herstellungs- und Anwendungsarten erforscht, um künftig mit möglichst geringen Kosten einen möglichst hohen Ertrag erzielen zu können. Es gilt, die richtige Balance für eine wirtschaftliche ökologische Landwirtschaft zu finden. Wenn die Ergebnisse des Forschungsprojekts in einigen Jahren zur Verfügung stehen, können alle Fairbiotea-Produzenten davon profitieren.

Das Fairbiotea-Kompostforschungsprojekt wird von weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Ökologie, der Bodenbeschaffenheit und zur Herstellung von natürlichen Pflanzenschutzmitteln begleitet. Spezielle Pflanzen und Kräuter sollen angebaut und Schattenbäume gepflanzt werden. Durch die partielle Beschattung der Teeflächen mit Schattenbäumen kann eine höhere Feuchtigkeit der Böden erreicht werden. Dies fördert eine bessere Düngung, gesunde Pflanzen und höhere Ernteerträge.

Ob das Forschungsprojekt mit zufriedenstellenden Ergebnissen abgeschlossen werden kann lässt sich heute noch nicht sagen, denn auch für Fairbiotea und die professionellen Berater ist dieses Forschungsprojekt Neuland.

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Bonussystem

Um die Teebauern für die notwendige Mehrarbeit in der ökologischen Landwirtschaft zu motivieren, hat der unterstützende Fairbiotea-Importeur 2008 ein Bonussystem entwickelt. Diese Prämie wird einmal jährlich vom Importeur ausgezahlt. Die Höhe der Prämie ist abhängig von der importierten Tee-Menge. Mit der finanziellen Unterstützung soll die Entwicklung einer nachhaltigen ökologischen Landwirtschaft gefördert werden, insbesondere die ökosoziale Entwicklung und Modernisierungsmaßnahmen. Die Teesorten des Dongzhai-Teegartens sind qualitativ hochwertig und die ökosoziale nachhaltige Farmbewirtschaftung teuer. Das spiegelt sich auch in dem Preis der Dongzhai-Tees wider. Gemessen an den in Europa üblichen Teepreisen sind Dongzhai-Tees also teuer. Aufgrund des hohen Preises ist die Nachfrage in Europa gering, weshalb nur wenig Dongzhai-Tee importiert wird. Da die Höhe der Bonusprämie von der Menge der gehandelten Tees abhängig ist und nur wenig Dongzhai-Tee importiert wird, ist auch die Höhe der Bonusprämie gering. Und mit wenig Geld gibt es nur geringe Möglichkeiten, Entwicklung zu gestalten. Fairbiotea bemüht sich, mit der Investition von Bonusgeldern positive Veränderungen für die Teebauern zu bewirken und setzt sich für eine Ausweitung der Vermarktung der Dongzhai-Tees in Europa ein.

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Das Bonussystem und die bisherigen Erfahrungen
mit anderen Teefarmen in China

Fairbiotea hat festgestellt, dass es nur unter schwierigen Bedingungen und großem Zeitaufwand möglich ist, die finanziellen Zuschüsse zweckgebunden einzusetzen. Eine effektive Kontrolle der korrekten Verwendung der Gelder ist aufgrund der chinesischen Strukturen kaum möglich. Vor allem Zahlungen an die Bauern erreichten ihre Empfänger nur zum Teil oder gar nicht. Betrug und Korruption sind in China alltägliche wirtschaftliche Vorgänge und werden als normal und nicht als negativ empfunden.

Fairbiotea hat aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt und das Bonussystem zweimal entsprechend angepasst. Seit 2013 werden die Prämien nur noch ausgezahlt, wenn der Produzent vorab einen Jahres-Maßnahmenplan erstellt hat, welcher von Fairbiotea genehmigt wurde und wenn anschließend alle geplanten Maßnahmen nachweislich bis zum Jahresende selbst vorfinanziert umsetzt wurden. Erst nach Umsetzung des Maßnahmenplanes zahlt Fairbiotea bzw. der Fairbiotea- Importeur den vollen Bonusbetrag aus.
Voraussetzung für die Zahlung ist außerdem, dass innerhalb des zurückliegenden Jahres bei den Analysen keine Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel im Tee festgestellt wurden, die auf eine bewusste Anwendung schließen lassen und dass alle Fairbiotea- Vereinbarungen eingehalten wurden.

Grundsätzlich können alle Maßnahmen, die nachhaltig sind und deren Umsetzung kontrolliert werden kann, durch das Fairbiotea-Bonussystem unterstützt werden. Auch in Zukunft wird das Konzept für des Fairbiotea-Bonussystems beständig weiterentwickelt, erforscht und an die Praxis angepasst werden.

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Tee-Ernte und Teeverarbeitung

Die 3 Ernteperioden des Jahres finden im Frühling, Sommer und Herbst statt. Mit der First Flush-Ernte von März bis Mai werden ca. 20 Prozent des jährlichen Mengenertrags erwirtschaftet, mit der Second Flush-Ernte von Juni bis August ca. 50 Prozent des jährlichen Mengenertrags und mit der Third Flush-Ernte von September bis November 30 Prozent des jährlichen Mengenertrages. Die beste Qualität wird üblicherweise im frühen Frühjahr geerntet.

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Der Dongzhai-Tee wird ausschließlich handgepflückt. Im Frühling wird nur First Grade (die Knospe und das jüngste Blatt) gepflückt. Je nach Auftragslage kann im Sommer und Herbst auch Second Grade (die Knospe und die 2 jüngsten Blätter) oder Third Grade (die Knospe und die 3 jüngsten Blätter) gepflückt werden. Am teuersten ist die First Grade-Pflückung und am billigsten die Third Grade-Pflückung. Die Teepflücker werden entsprechend dieser 3 Grade nach Pflückgenauigkeit und nach Pflückmenge bezahlt. Teeblätter, die durch Schädlinge beschädigt wurden, werden nicht gepflückt. Die Bezahlung für die jeweiligen Qualitäten ist für die Bauern klar geregelt.

Je nach Nachfrage entscheidet sich bei der Weiterverarbeitung in der Teefabrik, ob der Tee zu grünem Tee, weißem Tee, gelbem Tee, schwarzem Tee oder Pu‘Erh-Tee verarbeitet wird und wie die Teeblätter geformt bzw. bei Pu’Erh-Tee auch gepresst werden. Die Formung der Teeblätter zu unterschiedlichen Teesorten ist eine Kunst und die Schönheit der Form wird in China auch als Kunst verstanden und entsprechend honoriert. Nicht nur der Geschmack und die Produktionskosten sind ausschlaggebend für den Preis des Tees.

Die Formung der Tees erfolgt überwiegend per Handarbeit oder je nach Teesorte auch halbautomatisch (Informationen zu den Dongzhai-Tees: www.fairbiotea.de/fairbiotea/tee-farmen/china/provinz-yunnan/wuliang-heart-high-mountain-teegartenprojekt/teesorten-dongzhai.html).

Im Verlauf einer Saison können abhängig von Klima und Pflückmethode auf allen ökologischen Flächen der Dongzhai-Farm ca. 151 Tonnen frische Teeblätter geerntet werden. Das sind ca. 38 Tonnen fertig getrockneter Tee, pro Hektar durchschnittlich nur ca. 230 kg. Aufgrund der erst neu bepflanzten Flächen in Maweishan, die noch keinen nennenswerten Ertrag bringen, wird der Ertrag in den kommenden Jahren steigen. Derzeit wird nur auf Anfrage produziert. Verkauft wird der Tee nach Europa, Nordamerika und im chinesischen Markt.

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Exportgarantien und Exportpreise

Aufgrund der hohen Preise für diese hochwertigen, nachhaltig hergestellten Tees ist es derzeit in Europa noch nicht möglich, dem Produzenten Exportgarantien für große Mengenkontingente zuzusichern. Fairbiotea versucht, den Vertrieb dieser Spitzenqualitäten zu fördern. Dies ist nur möglich, wenn sich europäische Großhändler, Einzelhändler und die Verbraucher für qualitativ hochwertigen Tee begeistern lassen. Der Qualitätsunterschied und der Preis zwischen den in Europa üblichen Tees und den Dongzhai-Tees ist groß. Dongzhai-Tee kann das 8- bis 10-fache der im europäischen Markt üblichen Biotee-Sorten kosten. Dennoch ist der Preis der Dongzhai-Tees der Qualität, den nachhaltigen ökosozialen Leistungen und den Kosten in der Produktion angemessen. Die Dongzhai-Tees sind nicht zu teuer, sondern die in Europa verbreiteten Tees zu billig. Die Tees sind deshalb billig, weil Produzenten aus Kostengründen auf Nachhaltigkeit und Qualität verzichten müssen und dafür in Kauf nehmen, dass Teebauern in Armut leben. Fair und nachhaltig handeln bedeutet sowohl für den Handel als auch für die Verbraucher, für gute und nachhaltig hergestellte Qualitäten auch hohe Preise zu bezahlen. Nur so ist Nachhaltigkeit zu erzeugen.

Dongzhai-Tee erzielt bei den chinesischen Verbrauchern wesentlich höhere Preise als sie im Export erreicht werden können. Somit subventionieren die chinesischen Verbraucher die niedrigeren Preise für europäische Verbraucher. Diese Situation wurde vor vielen Jahren durch politische Entscheidungen in geschaffen, indem der chinesische Staat Exporte subventioniert hat, um an Devisen zu gelangen und in China für hohe Verbraucherpreise gesorgt hat. Die Balance zwischen den Verbraucherpreisen in China und in Importländern ist dadurch verloren gegangen.

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Allgemeine Marktentwicklung

Die angestrebte und notwendige ökosoziale Entwicklung bringt steigende Einkommen für die Bauern und höhere Produktionskosten mit sich, die einkalkuliert werden müssen. Nur mit höheren Exportpreisen kann diese Entwicklung weiter vorangebracht werden. Bislang ist ein Fairbiotea-Importeur in Vorleistung gegangen, um dieses System zu ermöglichen. Aber die finanziellen Mittel sind begrenzt und abhängig von den Produktpreisen, die der Importeur in Europa erzielen kann. Nur wenn der europäische Handel und die Verbraucher das System durch die Bereitschaft, deutlich höhere Preise zu zahlen, unterstützen, wird die Weiterentwicklung sichergestellt. Andernfalls ist sie gefährdet oder wird zumindest in ihrer Dynamik stark gebremst. Eine nachhaltige Entwicklung ist nicht ohne steigende Investitionen zu erreichen.

Die Exportpreise müssen den Produktionskosten und einer fairen Entlohnung der Bauern für ihre Mehrarbeit im nachhaltigen ökologischen Anbau angepasst werden, damit genügend Geld zum Erreichen der nachhaltigen Ziele bereitsteht. Leider bekommen die Bauern für geleistete Mehrarbeit in der nachhaltigen ökologischen Landwirtschaft bisher kaum eine höhere Entlohnung.

Das Verständnis und Bewusstsein der Verbraucher und des Handels in Europa für die nachhaltigen ökosozialen Kosten in Teefarmen und die damit verbundene Kalkulation der Produktpreise ist leider gering. Vermutlich wird es noch lange dauern, bis es in Europa bzw. in der westlichen Welt das Bewusstsein, die Einsicht und die Bereitschaft gibt, die Preise an Produzenten zu bezahlen, die notwendig sind, um die europäischen Verbrauchererwartungen bezüglich Qualitätsmanagement, Ökologie und soziale Entwicklung zu erfüllen. Wenn Produzenten ihre Preise nicht nach erbrachten Herstellungskosten und fairen Löhnen kalkulieren können und der Markt weiterhin nicht bereit ist, faire Preise zu bezahlen, bzw. höherwertige Produkte zu kaufen, dann fördern Verbraucher und der Handel in Europa weiterhin Armut und qualitative und ökologische Fehlentwicklungen. Der europäische Markt zwingt die Produzenten zu einem Verhalten, das weder der Markt noch die Verbraucher wünschen. Die Produzenten holen sich am Ende die fehlenden Einnahmen bei den Bauern, indem sie sie schlecht oder gar nicht bezahlen. Sie sparen Kosten in der Produktion, in dem sie Mittel einsetzen, die wir in Europa nicht wünschen und sie halten sich nicht an die Umsetzung bestehender Verträge oder Gesetze. Am Ende erhalten die europäischen Verbraucher nicht das was sie wünschen, sondern das was sie bereit sind zu bezahlen.

Die Exportpreise haben sich seit Beginn des Fairbiotea-Projektes im Jahr 2008 in etwa verdoppelt. Aber auch die Verdopplung der Preise ist nicht ausreichend, um eine nachhaltige ökosoziale Produktion zu finanzieren. Die Preiserhöhungen decken kaum die Steigerung der Lebenshaltungskosten in China. Das bedeutet, dass die Preissteigerungen keinerlei zusätzliche Mittel für die Finanzierung nachhaltiger ökosozialer Strukturen brachten. Die Bauern sind trotz steigender Einkommen ärmer geworden, denn sie können sich von ihrem Einkommen immer weniger leisten.

Die in Europa vom Gesetzgeber entwickelten Kontrollsysteme für den ökologischen Landbau sind nicht effektiv genug, um Betrug im ökologischen Landbau aufzudecken. Sie kümmern sich auch nicht um die Armut der chinesischen Bauern, obwohl diese häufig Ursache für Verstöße gegen den ökologischen Anbauprozess ist. Aus Protest gegen die schlechte Bezahlung verweigern Bauern die Kooperationsbereitschaft im ökologischen Landbau. Manche Produzenten verstoßen bewusst gegen den vorgeschriebenen ökologischen Prozess und bieten ihre Produkte trotzdem als Bioprodukte an. Finden diese Betrugsprodukte Abnehmer, geht dies zu Lasten der zuverlässigen Produzenten. Aus dieser Mischung von Betrug, Preiskampf, Interessenkonflikten und mangelnder Kontrolle entstehen wiederum größere ökosoziale Betrugssysteme, welche die für die nachhaltige Entwicklung nötigen Preissteigerungen verhindern.

Dieser Entwicklung versucht Fairbiotea entgegenzuwirken. Aber auch Fairbiotea kann nur dann erfolgreich sein, wenn es in Europa das Bewusstsein, die Einsicht und die Bereitschaft gibt, höhere Preise für nachhaltig ökosozial hergestellten Biotee zu bezahlen. Ein deutlich besseres, risikoorientiertes europäisches Biokontrollsystem ist zur Etablierung von fairen Preisen unbedingt erforderlich.

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Zertifizierungen für den biologischen Landbau
und Qualitäts-Managementsysteme

Kontrollstelle ECOCERT International: EU-Bio Zertifizierung seit 2008

Fairbiotea-Entwicklungsprojekt (nachhaltige Standards) seit 2014

Qualitätsmanagement nach ISO 9001

IFS-Qualitätsmanagement des Fairbiotea-Importeurs in Deutschland

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