
Die Tee-Bauern auf der Qingshan- Tee-Farm leben auf einer gesunden "Grünen Insel“ mit reichhaltiger, natürlicher Vegetation.
Aktuelles zur Zertifizierung 2011
Im Sommer 2011 wurde die erste Fairbiotea Inspektion von einer unabhängigen Kontrollstelle (IMO China) durchgeführt. Die Ergebnisse sollen bestätigen, daß „fairbiotea“die Entwicklung kontinuierlich verfolgt und verwirklicht. Der Bericht liegt derzeit noch nicht vor.
Tee Terrassen der Qingshan Farm
Die Farm liegt, ideal geschützt für den ökologischen Landbau, auf einer bergigen Halbinsel mit Höhen bis zu 750m, inmitten eines Stausees ( Wuqiangxi ). Dieser dient als natürliches Wasserreservoir und als Zuchtgebiet für Biofische. Weder auf der Insel, noch in der näheren Umgebung, haben sich Industrie-Unternehmen angesiedelt, durch deren Tätigkeit Kontaminations-Gefahren für die Ökoflächen bestehen könnten. Auf der Halbinsel wird ausschließlich ökologische Landwirtschaft betrieben. Neben ökologischen Gemüsegärten, die der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln dienen, wird überwiegend Tee angebaut. Der Stausee sorgt dabei für ein Feucht-Klima, welches wiederum der Qualität des Tees zu Gute kommt: Eine gesunde „Grüne Insel“ mit reichhaltiger, natürlicher Vegetation.
Es gibt noch keine durchgängig befahrbare Straße zu der Farm, die nächste Straßenanbindung liegt 7 km entfernt. Die Farm ist nur mit dem Schiff erreichbar. Lieferungen zu den Inseln müssen ebenfalls mit dem Schiff transportiert werden. Die ca. 300 Tonnen Tee die jährlich auf der Insel hergestellt werden, müssen auf dem Rücken zum Weitertransport zum Schiff getragen werden.
Die Straße von der Farm zum nächsten Verkehrsknotenpunkt ist im Bau.
Aktuelles zu Standort u. Lage 2011
Im Jahr 2010 begann der Bau der 7 km langen, einfachen Straße. Diese Straße wurde von den Bauern gewünscht und hierfür haben sie die Bonuszahlungen des Importeurs für das Jahr 2010 investiert. „fairbiotea“ hat sich für die Umsetzung eingesetzt. Der Bau der einfachen Straße soll ca. 170.000 Euro kosten. Der Produzent hat 50% der Kosten übernommen, die Bauerngemeinschaft 12% und die lokalen Behörden 38%. Im Sommer 2011 waren 2/3 der Straße fertig gestellt. Nun muss auf die Auszahlung der Behörde gewartet werden, damit die Straße komplett fertiggestellt werden kann.
Auf der Halbinsel existieren ca. 200 Haushalte, 148 Haushalte sind mehr oder weniger als Saisonarbeiter in den Tee Anbau eingebunden. Davon haben 52 Haushalte vom Staat das unentgeltliche Nutzungsrecht an ihren Tee-Flächen (Erbpacht). Diese Haushalte haben sich dazu entschlossen, ihr gesamtes Tee-Land komplett von einer Betreibergesellschaft bearbeiten zu lassen. So kann deutlich mehr Einkommen erwirtschaftet werden, als wenn jeder seine kleinen Flächen selber nutzen würde. In der Regel leben die Bauern in einzelnen, freistehenden Holzhäusern. Meist leben 3 Generationen unter einem Dach: Die Großeltern, 1 bis 2 Elternpaare und 1 bis 2 Kinder. Nur in höheren Lagen liegen zwei Dörfer ( Yubuxi und Chakoutan ).
Die chinesische Landbevölkerung hat es nicht einfach. Deshalb haben in den letzten Jahren viele Männer und Frauen im arbeitsfähigen Alter ihre Familien verlassen, um in den großen Städten im Osten des Landes, fern der Heimat, einen besser bezahlten Job zu finden.
Diese Wanderarbeiter-Jobs sind heute oft die Haupteinnahmequelle der chinesischen Land-Familien. Die Kinder leben meist bei den Großeltern, während die Eltern nur einmal im Jahr für 2 Wochen zum Frühlingsfest zurückkehren.
Die Betreiber-Gesell- schaftsorgt für Organisation, Vetrieb und Qualitätsmanagement , und macht die interne ökologische Kontrolle
Zwischenzeitlich leben zuhause überwiegend nur noch Alte und Kinder. Die Alten pflanzen Gemüse, züchten Hühner, Schweine, Ziegen, Rinder und fischen im See – ausschließlich zur Selbstversorgung. Nur kann so leider kein finanzielles Einkommen erzielt werden.
Von ihrer Betreibergesellschaft werden sie - gegen Bezahlung - als „selbständige Bauern“ lediglich nach Bedarf auf der Tee-Farm eingesetzt. So pflücken diese Bauern z.B. während der Erntesaison als „Selbständige“ den Tee und verkaufen die frischen Blätter über die Gesellschaft an die Tee-Fabrik.
Manchmal finden sie sogar eine feste Anstellung im Umfeld oder innerhalb der Tee-Farm. Dort sind die Einkommen besser als im chinesischen Durchschnitt, weil die privat-organisierten Betreibergesellschaften gegenüber den sonstigen, überwiegend unorganisierten Kleinbauer-Strukturen, sehr viel bessere Tee-Preise erwirtschaften können und den Haushalten durch Pachteinnahmen und Bezahlung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten ein niedriges aber festes Einkommen verschaffen.
Manchmal finden sie sogar eine feste Anstellung im Umfeld oder innerhalb der Tee-Farm. Dort sind die Einkommen besser als im chinesischen Durchschnitt, weil die privat-organisierten Betreibergesellschaften gegenüber den sonstigen, überwiegend unorganisierten Kleinbauer-Strukturen, sehr viel bessere Tee-Preise erwirtschaften können und den Haushalten durch Pachteinnahmen und Bezahlung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten ein niedriges aber festes Einkommen verschaffen.
Die Initiatoren des "fairbiotea“-Systems hoffen etwas mehr Sicherheit ins Bauern-Leben zu bringen.

Auf der Qingshan-Farm gibt es in der Nähe Kindergärten, Grundschulen ( 1.-7. Klasse ) und zwei Mittelschulen ( 7.- 9. Klasse ). Die Schulen sind wegen der fehlenden Straße für die Kinder nicht täglich erreichbar. So sind die Kinder unter der Woche im Internat untergebracht. Alle Kinder besuchen die Schule mindestens 9 Jahre lang - und zwar kostenlos. Wenn die Schule weiter entfernt liegt, müssen die Eltern in China für Unterkunft und Verpflegung im Internat aufkommen. Kindergärten müssen in China von den Eltern immer selbst bezahlt werden.
Privater Grundbesitz ist in China bisher nicht möglich. Nur der Staat besitzt das Land. Aber der Staat stellt traditionell einigen Bauern-Haushalten ca. 1 bis 6 Hektar Land - ohne Bezahlung – als Nutzfläche zur freien Verfügung. Die Nutzung ist den Bauern ein Leben lang garantiert und wird innerhalb der Familie weiter vererbt. Es ist unklar warum 52 Haushalte innerhalb der Qingshan Farm Erbpachtland besitzen und die restlichen 148 Haushalte außerhalb der Qingshan Farm nicht. Ebenso ist ungeklärt, warum und nach welchen Kriterien die unterschiedlich großen Flächen an die Vorfahren vergeben wurden.
Im Jahr 2005 hat die private Tee-Farm und die private Tee-Fabrik YuanLin Jietan Organic Tea Development Co. Ltd als Betreibergesellschaft, mit Einverständnis der 52 Bauern-Haushalte, gegen Bezahlung, das Recht auf Nutzung von den Bauern gepachtet. So kann der ökologische Anbau und die Produktion besser organisiert und kontrolliert werden. Und das ist sehr wichtig für die Koordination des Qualitäts-Managements im ökologischen Landbau.
Und es schafft Arbeitsplätze: 3 Bauern wurden als Aufsichtsperson für die Tee-Flächen, als Vorarbeiter und Ökoberater ausgebildet und mit einem festen Arbeitsvertrag angestellt. 7 Bauern arbeiten zwar nur in der Erntesaison, aber mit Saison-Arbeitsverträgen in der Bio-Tee-Vorverarbeitungs-Fabrik.
Und weitere 13 Bauern sind mit festem Arbeitsvertrag dauerhaft in der Bio-Tee- Endverarbeitungs- Fabrik bei Yuan Lin Jietan angestellt, die sich in der Kreisstadt Yuan Lin befindet und in einer Stunde mit dem Schiff erreicht werden kann.
In der Pflücksaison, von März bis Juli und von September bis November, werden möglichst alle Bauern als Saison-Arbeiter bei der Tee-Ernte eingesetzt. Neben den Pachten und Entlohnungen für die landwirtschaftliche Bearbeitung der Kulturflächen, die nach Größe der Flächen abgerechnet werden, haben die Haushalte die Möglichkeit den Tee auf ihren Flächen zu ernten und an die Betreibergesellschaft zu verkaufen. Diese Tätigkeiten werden nach Menge der geernteten Tee-Blätter und nach Qualität der Tee-Blätter bezahlt. Bei Bedarf werden zusätzliche Kräfte von umliegenden Dörfern oder von außerhalb als Saison-Arbeiter eingesetzt. Diese sind allerdings immer schwieriger zu bekommen und nur noch bei sehr guter Bezahlung bereit in den Teefarmen zu arbeiten. In den Städten ist es für junge Leute interessanter als auf dem Land und es wird dort auch gut bezahlt. So gibt es derzeit genug Arbeit in der Farm, aber immer weniger Arbeitskräfte. Die Exportpreise können nur langsam steigen und die Löhne der Saisonarbeiter steigen schnell. So herrscht immer mehr Arbeitskräftemangel in der Farm.
Nur die wirklich guten Bio-Tee-Sorten werden sorgfältig mit der Hand gepflückt.
Im Frühling werden Blätter für bessere Tee-Sorten gepflückt, deshalb erhalten auch die Pflücker einen höheren Lohn für das von ihnen angelieferte Blattgut, weil dafür auf dem chinesischen Markt höhere Preise erzielt werden. Für diese Frühlings-Tees (First Flush) wird nur die jüngste Blattknospe gepflückt, oder die jüngste Knospe und das jüngste Blatt. Oder auch die Knospe und zwei von den jüngsten Blättern („Twoleavesand a bud“ ), oder eine Knospe und drei bis vier von den jungen Blättern. Je mehr ältere Blätter neben der Knospe gepflückt werden, desto schlechter sind Qualität und Preis.
Arbeitsrecht, Soziales und Einkommen
Der chinesische Staat schreibt für fest angestellte Fabrikarbeiter Mindestlöhne und Arbeitszeiten vor, die von Provinz zu Provinz leicht unterschiedlich sein können. So werden z.B. für dauerhaft Angestellte, mit 35-Stundenwoche und 2 Erholungstagen, monatlich 120,- bis 180,- Euro bezahlt. Überstunden sind auf max. 7 Stunden die Woche begrenzt. Geleistete Überstunden werden mit Freizeit vergütet.
Festangestellte erhalten jeweils, wie in der modernen Planwirtschaft in China üblich,
Arbeitsverträge für 3 Monate bis max. 1 Jahr, die dann in der Regel verlängert werden. Sie müssen eine dem Arbeitsrecht entsprechende Krankenversicherung haben, und ebenso eine entsprechende Unfallversicherung. Hierfür zahlen Arbeitgeber und Angestellte. Saison- und Teilzeit-Arbeiter oder selbständige Bauern haben kein Recht auf Mindestlohn oder Sozialversicherung. Sie können sich, für ca. 2 Euro jährlich, bei einer staatlichen Krankenversicherung versichern, die allerdings nicht alle medizinischen Behandlungen einschließt.
In der Regel verzichten die chinesischen Tee-Bauern darauf, weil Ihnen, bei einem durchschnittlichen Einkommen von ca. 40,- Euro monatlich, selbst 2 Euro im Jahr zu viel erscheinen. Die Regierung entwickelt momentan, als Solidaritätsmodell, eine staatliche Renten- und Sozialversicherung, in die alle Bauern einzahlen sollen. Dieses „Modell“ ist bei den Bauern, wegen der Kosten allerdings sehr unbeliebt.
Die Idee von "fairbiotea“ kann nur funktionieren, wenn auch die Ausbilder und Berater gut ausgebildet sind.
Für sesshafte, kinderlose, arme, alte oder kranke Bauern in den Tee-Farmen sind 2 verschiedene Zuwendungsarten der Sozialhilfe bekannt.
Hu Bao Hu: Für bedürftige, kinderlose, gebrechliche und / oder kranke Haushaltsmitglieder, die nicht mehr arbeiten können, erhalten die Haushalte staatliche Hilfe. Der Staat garantiert für Lebensmittel, Kleidung, medizinische Versorgung, Unterkunft und Beerdigung. Je nach Anspruch erhalten die Haushalte hierfür maximal ca. 180,- Euro pro Jahr.
Di Bao Hu: Ortsansässige, deren Einkommen unter den Kosten der Grundversorgung liegen, haben Anspruch auf soziale Zuwendungen. Je nach Anspruchsberechtigung werden hier jährlich zwischen ca. 20,- Euro bis maximal 150,- Euro pro Haushalt ausgezahlt.
Gerade beim biologischen Tee-Anbau ist auch in China noch nicht alles eine High-Tech- Angelegenheit, aber die positive Entwicklung ist in Qingshan sichtbar.
Biologischer Anbau und Ernte
Auf der Qingshan-Tea-Farm sind derzeit 141 ha mit Tee bepflanzt ( CamelliaSinensis ). Im Laufe einer Erntesaison werden, abhängig vom Wetter, ca. 1200 to frische Tee-Blätter gepflückt, die dann zu ca. 300 to getrocknetem Tee verarbeitet werden.
Derzeit wird über die Ausweitung der Tee Anbau Fläche diskutiert. In der Nachbarschaft könnten weitere, schon zertifizierte Flächen auf das „fairbiotea“-System umgestellt werden.
In der Qingshan Vorverarbeitungs-Tee-Fabrik wird zunächst das Rohmaterial ( fertig getrockneter Tee ) hergestellt. Danach wird der Tee in der Endverarbeitungs-Fabrik nachgearbeitet ( gereinigt, graduiert, sortiert, geschnitten, qualifiziert und verpackt ). Im Frühling erzielen die Top-Tee-Sorten Preise von bis zu 300,- Euro Farm-VK-Preis per Kilo im chinesischen Markt! Das gilt für die besten Grünen und Weißen Tees des Jahres, die meist nur in sehr kleinen Mengen gepflückt werden.
Exportiert werden überwiegend die preiswertesten Tee-Sorten. Für grünen Fannings-Tee, der in Aufgussbeuteln verarbeitet wird und der etwa 15% der Produktion ausmacht, können momentan nur Preise erzielt werden, welche die Produktionskosten nicht ausreichend decken. Der Markt macht die Preise.
Manuelle Teeherstellung
Grundsätzlich werden unterschiedlichste Sorten in verschiedenen Tee-Qualitäten hergestellt: Verschiedene Sorten Grüne Tees, Jasmin Tees, Weiße Tees, Oolong Tees, bei ausreichender Nachfrage auch Schwarze Tees und PuErh Tees.
Bei der Ernte im Frühling, Sommer oder Herbst, wird unterschiedlich gepflückt, so wird die gute Qualität im Frühling überwiegend per Hand gepflückt. Bei der Ernte im Sommer und im Herbst wird häufig, für die preiswerten Tee-Sorten, maschinell gepflückt. Dabei wird eine Art tragbarer Rasenmäher mit großem Fangsack eingesetzt.
Beratung und nachhaltige Entwicklung
In den Jahren vor 2008 kam es aufgrund von Parallel-Produktion, trotz regelmäßiger
Inspektionen der europäischen Öko-Kontrollstellen, immer wieder zu Problemen mit
Kreuz-Kontamination durch Pestizide. Deshalb wurde im Frühling 2008 das „fairbiotea“- Konzept für nachhaltigen ökosozialen Anbau ins Leben gerufen (siehe auch „Vorwort und Hintergründe“ auf dieser Webseite).
Inzwischen wurde ein externes und internes Beratungssystem aufgebaut, das ständig weiterentwickelt wird. Das Farm- Management selbst wird durch professionelle Mitarbeiter im Rahmen des „fairbiotea“-Systems beraten, welche wiederum von einem europäischen Importeur bezahlt werden.
Die weiterführende landwirtschaftliche Beratung erfolgt durch das Hunan Research Institut. Das Farm-Management, die Herren Zheng Cheng Wen, Liu Li, und Zhang Song Ming geben das Know-how intern an den Landwirtschaftsbereich, die Tee-Farm, und an den Produktionsbereich, die Tee-Fabrik, weiter.
Seit dem Frühjahr 2008 werden sowohl auf der Tee-Farm als auch in der Tee-Fabrik nur noch Bio- Produkte hergestellt. Die Parallel-Produktion, bei der konventionelle Produkte gleichzeitig mit Bio- Produkten angebaut werden, wurde aufgegeben.
In der Teefabrik setzen sich neue Qualitätsmanagement- systeme durch.
Aktuelles zu Beratung und nachhaltige Entwicklung 2011
Seit Beginn der Zusammenarbeit hat sich die Qualität des ökologischen Anbaues ständig verbessert. Seit 2008 wurden keinerlei Pestizide im Tee gemessen.
Dennoch ist es eine schwierige Entwicklungs-Zusammenarbeit. Die kulturellen Unterschiede zwischen Chinesen und Europäern sind extrem. Der Begriff der Nachhaltigkeit ist unverständlich. Das führt immer wieder zu Kommunikations-und Verständigungsproblemen, zu falschen Informationen und zu unbeabsichtigten Vertragsbrüchen der chinesischen Seite. Das wiederum führt zu falscher Planung und verkehrter Planumsetzung.Und falsche Planung erfordert immer wieder Korrekturen und neue Beratung. So wird viel um Verständigung, Korrektur und Beratung gerungen, ohne daß man in der Sache des nachhaltigen ökologischen Landbaues zügig und praktisch weiterkommt. Die Entwicklung ist deshalb langsam.
Die in China alltäglichepraktische Rechtlosigkeit der Bauern, innerhalb einer wenig sozial ausgerichteten Hierarchie und die alltägliche Korruption macht die Einhaltung der Entwicklungsziele schwierig. Dort wo eigenständiges, und planmäßiges Arbeiten gefordert ist, ist die gesellschaftliche Erziehung auch nicht gerade hilfreich. Der Mangel im Umgang mit internationalen Verhaltensweisen und Standards ist ebenfalls hinderlich. Europäer haben eine komplett andere Werte als Chinesen, ohne das eine positive und das andere negativ bewerten zu wollen.
Jedes Detail einer Arbeit erfordert in China die Anweisung durch einen in der Hierarchie höherstehenden Manager und das gilt auch innerhalb des gesamten Managements. Oft treffen also Manager Entscheidungen, die Inhalte von Entwicklungsplänen und „fairbiotea“-Standards gar nicht kennen. Dem können dann Untergebene nicht widersprechen. So werden oft Anweisungen entgegen der durchgeführten Beratung und entgegen der Entwicklungspläne umgesetzt, weil der anweisende Manager an der Beratung nicht teilgenommen hat, die Pläne nicht kannte oder seinerseits falsche Anweisungen erhalten hat.
Im Gegensatz zu Europ, wird die Einhaltung von Vertragsinhalten immer wieder neu interpretiert. Das bedeutet, daß man sich nur unter bestimmten Umständen an unterzeichnete Verträge hält und diese immer wieder,im eigenen Interesse neu interpretiert. Darüber muss dann wieder erneut gestritten und Korrekturen erkämpft werden.
Viele Kühe machen viel Mühe und benötigen viel Gras als Nahrung.
Aus dem Erlös des höheren Export-Preises und /oder durch die Bauern selbst werden nach und nach Hühner, Schweine, Ziegen und insbesondere Rinder angeschafft. Denn Mist und Dung sind Grundlage von hochwertigem Kompost. Die sehr teure Herstellung von stickstoffreichem Kompost in ausreichenden
Mengen, ist nur durch einen längerfristigen Entwicklungsprozess zu erreichen. Die Kosten hierfür können nur über mehrere Jahre verteilt realisiert werden.
Die Haltung der Tiere organisieren die Haushalte.
So entstehen weitere Einnahmequellen für die Bauern.
Die Herstellung von ca. 700 bis 1200 Tonnen benötigtem Kompost für 141 ha Tee-Land, macht viel Arbeit. Dafür müssen Kompost-Lagerstellen und Bio-Gas-Anlagen errichtet, Weiden eingezäunt, Ställe für Tiere errichtet und Wege und Straßen gebaut werden. Diese Tiere brauchen Futter, und dafür muss wiederum tonnenweise Gras geschnitten und eingefahren oder ggf. zugekauft werden.
Kompost
Mit dem natürlichen Kompost sollen letztendlich alle Kulturflächen gedüngt werden. Und so wird dieser Kompost, diese natürliche und notwendige Nährstoff-Zufuhr ( Düngung ), den Bauern wiederum mehr bezahlte Arbeit bringen und der Gesellschaft und den Bauern mehr Mengen- Ertrag.
Außerdem werden im Rahmen des „fairbiotea“-Entwicklungsprogramms zur Verbesserung der Ökologie und der Bodenbeschaffenheit und zur Herstellung von natürlichen Pflanzenschutzmitteln, spezielle Pflanzen und Kräuter auf der Farm angebaut und Schattenbäume gepflanzt.
Im Jahr 2009 wurde für die Nährstoffproduktion ( Kompost ) ein 5-10 Jahres-Entwicklungsplan erstellt, der die jeweiligen Jahresziele beschreibt: Hierbei wurde das Wachstum des Tierbestandes und die entsprechende Ernährung der Tiere im Jahreszyklus festgelegt. Ebenso ein Baumpflanzprogramm für die Beschattung der Tee-Flächen.
Schulung mit Fairbiotea Berater
Ob diese Entwicklungsziele erreicht werden können, ist ungewiss, denn die zukünftige erhebliche Mehrarbeit, lässt sich heute noch nicht genau bemessen. Ohne zusätzliche Arbeitskräfte von außen werden die Ziele kaum erreicht werden können. Zusätzliche Arbeitskräfte verursachen hohe Kosten.
Deshalb wird die Entwicklung einer für den nachhaltigen ökologischen Anbau notwendigen Nährstoffzufuhr von den Preisen abhängig sein, die zukünftig in den westlichen Ländern realisiert werden können.
Aktuelles zu Nährstoffproduktion und Nährstoffzufuhr 2011
Schon im Laufe des Jahres 2010 zeichnete sich ab, daß die ambitionierten Entwicklungspläne nicht so wie geplant verwirklicht werden können, weil die Information über die Basisdaten, die für die Erstellung der Entwicklungspläne entscheidend sind, unvollständig recherchiert und falsch waren. Z.B. standen die ausgewiesenen Flächen für den Anbau von Biomasse nicht wie geplant zur Verfügung. Es war nicht genügend Geld vorhanden, um den Tierbestand, insbesondere mit Rindern über den Bestand von 35 Tieren hinaus zu erweitern. Es gibt nicht genügend Grasflächen für die Ernährung von mehr Rindern. Die für die Biomassenproduktion geplanten Biogasanlagen kommen überwiegend nicht in Frage, weil dort menschliche Exkremente eingeleitet werden, die im Biolandbau nach EU-Verordnung nicht benutzt werden dürfen. Die Bauern und Produzenten betrachten Schattenbäume als Nähstoffräuber, die den Erträgen schaden. Deshalb hat man die Schattenbäume nicht wie geplant zwischen den Tee-Büschen gepflanzt, sondern nur außerhalb der Tee-Flächen. Letztlich waren die Bauern nicht bereit Kompost nach den Vorgaben der Berater herzustellen und den Kompost ohne zusätzliche Bezahlung auf dem Rücken auf den Berg zu tragen. Außerdem haben die Berater falsch beraten, weil sie keine spezialisierten Bodenkundler waren und die Herstellung von hochwertigem Kompost nicht genau kannten. Es bedurfte deshalb neuer Pläne, und die Bauern und Produzenten müssen erst von der Kompost-Großproduktion überzeugt werden.
Im Jahr 2011 wurde zusammen mit den Produzenten ein neuer Plan für die Entwicklung eines Nährstoffkreislaufes entwickelt. Die Finanzierung hierfür soll vertraglich sichergestellt werden. Zukünftig sollen die Arbeitslöhne der Kompostarbeiter zum Teil mit Bonuszahlungen, bezuschusst werden. Der Großteil der Kosten wird von den Produzenten übernommen. Bei dem neuen Plan geht es zunächst um ein Forschungsprojekt, das die sinnvolle Nutzung von Kompost am praktischen Beispiel belegen soll.
Mit einem Berater von www.soilandmore.nl wurde ein professioneller Bodenkundler engagiert, der das Training für die richtige Kompostherstellung übernehmen wird. Hierfür fallen im ersten Schritt ca. 10.000 Euro Kosten an, die vom „fairbiotea“-Importeur übernommen werden.
Kompost soll zunächst im Rahmen eines Forschungsprojektes, an einem zentralen Platz der Farm, nach Anleitung des Spezialisten und nach entsprechenden Plänen hergestellt werden und von entsprechend geschulten Kompostmanagern umgesetzt werden.
Die benötigten Biomassen für diese Kompostherstellung, d.h. grüne Biomasse, braune Biomasse, Holz, tierische Exkremente, Ton, Asche und Kalk kommen überwiegend aus der Farm, können allerdings auch von außerhalb beschafft werden, wenn die Produkte auf der Farm nicht ausreichend verfügbar sind.
Dieser Kompost soll in verschiedenen Varianten und Qualitäten hergestellt werden und die Herstellungsmethoden sollen dokumentiert werden.
Im Anschluss soll auf verschiedenen Testflächen die unterschiedliche Nutzung des Komposts studiert und dokumentiert werden.
Fairbiotea Schulung Bauern und Manager
Hierbei werden unterschiedliche Mengen Kompost auf unterschiedlichen Testflächen, unter den Teebüschen deponiert, hochwertigster Kompost wird als Kompost Tee aufbereitet und auf die Teepflanzen anderer Testflächen gesprüht und es wird Flächen geben auf denen sowohl ein Depot angelegt wird, als auch Komposttee gesprüht wird. Es wird zudem Testflächen geben, bei denen Schattenbäume als Boden-Verbesserer einbezogen werden. So soll studiert werden, wie viel Kompost für eine positive Entwicklung der Pflanzen nötig ist und wie dieser eingesetzt werden muss.
Am Ende des Projektes nach ca. 3 Jahren soll ausgewertet werden ob die Kompostproduktion ökologisch und ökonomisch rentabel ist, d.h. wie hoch sind die Kosten für Herstellung und Ausbringung, wiegesund sind die Pflanzen und um wie viel steigt der Ernteertrag.
Die Hoffnung und Erwartung besteht, daß dieses Forschungsprojekt sowohl ökologisch als auch ökonomisch erfolgreich sein wird, die Pflanzen widerstandsfähiger werden und die Erntemengen so stark steigen, daß eine entsprechende Kompost-Großproduktion für die gesamten Tee-Flächen der Farm rentabel wird und problemlos finanzierbar ist.
So könnten misstrauische Bauern und Produzenten von der Herstellung und Nutzung von Kompost im Nährstoffkreislauf überzeugt werden. Das ist nötig, damit der neue Plan zukünftig mit dem Engagement der Bauern und der Produzenten unterstützt wird. Nur so wird die Entwicklung des Nährstoffkreislaufes möglich.
Bonus Zahlungen
Bonussystem
Damit die Tee-Bauern zu der notwendigen Mehrarbeit in der ökologischen Landwirtschaft zuverlässig motiviert werden, hat der unterstützende Importeur ein Bonus-System entwickelt. Diese leistungsbezogene Prämie wird einmal jährlich direkt an die Haushalte ausgezahlt. Voraussetzung für die Zahlung der Boni ist, daß innerhalb eines Jahres keine Rückstände an chemischen Pflanzenschutzmitteln auf den Tee-Blättern gemessen werden und die vereinbarten Standards und Entwicklungspläne umgesetzt wurden.
Bisher gab es fast keine statistischen Daten und Unterlagen über Tätigkeit und Arbeitseinsatz der Bauern, die für die Berechnung einer individuellen, leistungsbezogenen und gerechten Prämie notwendig sind. Die Basis-Erfassung ist keine leichte Sache gewesen und musste sehr aufwendig in Einzelinterviews zusammengetragen werden.
Auch in Zukunft wird das Konzept für das „fairbiotea“-Bonus-System in der Praxis weiter entwickelt, erforscht und verbessert werden.
Basierend auf der vorliegenden Statistik wird das Einkommen der lokalen Haushalte, aus der Tee-Produktion durch das Bonussystem im Durchschnitt um ca. 30% steigen. Je nach Leistung und Arbeitsnachweis erhalten die einzelnen Bauern mehr oder weniger als den Durchschnittsbetrag.
Aktuelles zum Bonussystem 2011
Im Sommer 2010 wurde diese Prämie erstmalig für Liefermengen im Jahr 2009 ausgezahlt. Im Frühling 2011 wurde die Prämie auf Wunsch der Bauern direkt für den Bau der 7 km langen Straße ausgezahlt.
Inspektion
Bei der „fairbiotea“-Inspektion im Juni 2011 wurden leider Unregelmäßigkeiten beim Bonustransfer in 2009 zu den Bauern entdeckt. Es kamen nicht genau die Beträge bei den Bauern an, die gegen Bankbeleg vom Importeur auf die Konten der Bauern überwiesen wurden. Stattdessen kamen andere Beträge bei den einzelnen Empfängern an. Dies konnte durch Interviews mit den Bauern in Erfahrung gebracht werden, die zur Kontrolle der Auszahlungsbeträge geführt wurden.Die Unterschriften der Bauern auf den zusätzlichen Quittungen wurden vermutlich aus Bequemlichkeit vom Farmmanagement gefälscht.
Aus europäischer Sicht fragt man sich wie es möglich ist, daß ein Betrag, der auf ein Konto überwiesen wird, nicht beim Kontoinhaber ankommt?Weitere Recherchen ergaben, daß es in China auf dem Land üblich ist, daß alle Bauern ihre Bankkarten und Geheimzahlen an die Farmverwaltung übergeben, die Farmverwaltung die Konten verwaltet und Barauszahlungen an die Bauern leistet, ohne den Bauern mitzuteilen, welche Geldbeträge auf den Konten eingehen. Dieser Vorgang wird damit begründet, daß viele Bauern nicht lesen und schreiben können, daß die Bank zu weit von der Farm entfernt ist und die Bauern nicht wissen wie sie bei Geldeingängen dorthin kommen sollen, um das Geld abzuheben. Außerdem sind die Bauern nicht daran gewöhnt ein Bankkonto zu haben und überlassen das lieber dem Farmmanagement. Obwohl das aus Europäischer Sicht unglaublich erscheint, ist es offensichtlich in China üblich und die Argumentation durchaus glaubhaft, wie weitere Recherchen bestätigten. Ohne dem Farmmanagement etwas unterstellen zu wollen, eröffnet diese Handhabung der Korruption viele Möglichkeiten. Wir können an diesen Systemen kaum etwas ändern, außer den Kontrollen zu verstärken und mit der Farmverwaltung detaillierte Verträge auszuhandeln, die dann die Auszahlung der Bonusbeträge an die Bauern ganz genau regeln. Ob diese dann eingehalten werden, ist immer wieder zu überprüfen und bei Fehlverhalten müssen beim Management Korrekturen durchgesetzt werden.
Die Inspektion und Erklärung des Farmmanagements ergab weiter, daß man die leistungsbezogene Bezahlung als ungerecht empfand, weil eine leistungsbezogene Bezahlung in China nicht üblich sei und eine solche Bezahlung von den Bauern als unfair empfunden wird. Deshalb habe man die gesamte Summe sozial und gerecht mit gleichen Beträgen auf die Bauern verteilt, unabhängig davon, was der einzelne Bauer geleistet hat . Einen Teil des Geldes hat man dazu verwendet, Rinder zu kaufen. Diese Beträge wurden von der Bonussumme abgezogen und die Bauern erhielten eine reduzierte Auszahlung, als auch die Rinder zur Betreuung und Nutzung. Außerdem sollen die Bauern mehr Hühner und Schweine erhalten haben. Da die Interviews mit den Bauern diese Aussagen bestätigen, ist davon auszugehen, daß die verbleibenden Bonusbeträge unter den Bauern aufgeteilt wurden.
Deshalb besteht letztlich kein Grund an der Aussage zu zweifeln, obwohl unsere Vorgaben missachtet wurden. Das Farmmanagement war sich keiner Schuld bewusst, hat aber erklärt, die nicht gezahlten Beträge im August 2011 nachgezahlt zu haben.
Die Nachzahlung wird bei der nächsten Inspektion erneut überprüft.
Bis zur nächsten Bonuszahlung wird das leistungsbezogenes Bonussystem aber auch überdacht werden müssen. Halten wir am bisherigen System fest oder muss ein neuer Weg gefunden werden, wie wir das „fairbiotea“-System durch motivierende, leistungsbezogene Bonuszahlungen an die Bauern unterstützen und gleichzeitig den sozialen Empfindungen der Bauern und des Farmmanagements gerecht werden können. Erfahrungsgemäß kann man nichts gegen den Willen der Bauern und Produzenten erreichen, deshalb werden noch intensive Diskussionen mit den Produzenten nötig sein, um eine Entscheidung über eine Kurskorrektur treffen zu können und so eine höhere Akzeptanz zu erreichen.
Zurzeit ist eine neue Verteilung der Bonusbeträge in Planung. Danach soll ein Teil leistungsbezogen oder pauschal an „fairbiotea“-Vertragsbauern, der andere Teil als Lohn-Unterstützung für Bauern ausgezahlt werden, die sich im neuen Kompost Forschungsprojekt engagieren. Dort entstehen neue Verdienstmöglichkeiten für die Bauern, die überwiegend der Produzent entlohnen muss. Mit einem Lohnzuschuss kann das Forschungsprojekt und die Nachhaltigkeit gesichert werden und die Bauern erhalten dort eine sinngemäße, auf das „fairbiotea“-System bezogene, leistungsbezogene Bezahlung, so wie das im Bonussystem geplant ist.
Immer mehr Bauern erreichen ein Alter mit dem sie die schwere Arbeit nicht mehr verrichten können. Die jungen Leute verlassen mehr und mehr die Tee-Farmen. Deshalb wird die Arbeit mehr und mehr von Saisonarbeitern und Wanderarbeitern verrichtet, die nicht im Bonussystem bedacht werden können, weil diese Zahlungen nicht kontrollierbar sind. Auch hierbei müssen Ideen entwickelt werden, wie man das Bonussystem sinnvoll verändern kann. Ansässige „fairbiotea“-Farmer sollen zukünftig einen „fairbiotea“-Vertrag bekommen, der die Zusammenarbeit mit „fairbiotea“und Bonuszahlungen regelt.
Der Importeur hilft mit Produktions-Planung und Abnahme-Garantien für die gesamte Bio-Tee-Ernte.
Export-Garantien
Der Qingshan-Tee-Farm wurde im Gegenzug zu dieser positiven Entwicklung die nahezu komplette Abnahme der Tee-Produktion zu Preisen garantiert, die deutlich über den marktüblichen Preisen liegen. Bereits weit vor der Ernte werden dafür Produktionspläne und Preise für alle Tee-Sorten festgelegt. Das nimmt den Kostendruck und macht eine Produktions- und Export-Planung im Vorfeld möglich.
So kann nachhaltiger Bio-Landbau kalkulierbar und ohne Ängste umgesetzt werden und ohne Risiko in die nachhaltige Entwicklung des ökologischen Anbaues investiert werden.
Aktuelles zu Exportgarantien 2011
Im Jahr 2010 wurden 270 Tonnen Tee im Rahmen des „fairbiotea“-Systems nach Deutschland exportiert.
Preis-Entwicklung
Bei der angestrebten, ökologisch-sozialen Entwicklung muss mit steigenden Einkommen der
Bauern und Saisonarbeiter und mit höheren Produktionskosten gerechnet werden.
Aber nur mit höheren Export-Preisen kann die angestrebte und notwendige, ökosoziale Entwicklung weiter vorangebracht werden.
Die Lebenshaltungskosten in China steigen in einer enormen Geschwindigkeit. Das wirkt sich wiederum auf die Arbeitskosten und auf die Herstellungskosten aus.
Momentan ist ein Importeur in Vorlage gegangen, um dieses verbraucherfreundliche System überhaupt zu ermöglichen. Sollten der europäische Handel und die
europäischen Verbraucher das System nicht, durch die Bereitschaft höhere Preise zu
zahlen, unterstützen, wird die weitere Entwicklung gefährdet oder zumindest in ihrer Dynamik gebremst werden.
Aktuelles zu Preisentwicklung 2011
Die Exportpreise für Tee steigen so kräftig wie noch nie und werden mit steigenden Produktionskosten begründet. Dennoch steigen die Preise für Tee in Europa nur sehr geringfügig. Die Tee-Bauern profitieren derzeit leider noch nicht von steigenden Exportpreisen.
Soziale Entwicklung
Soziale Entwicklung von außen ist diplomatische Entwicklung - mit langem Atem. Weil der chinesische Staat sich verständlicherweise die Kontrolle über die soziale Entwicklung vorbehält. Ausländischen Organisationen werden soziale Erhebungen grundsätzlich nicht gestattet. Deshalb sind Soziale Zertifizierungen (z.B. „fair-trade“) in China heute noch nicht möglich oder sie werden illegal durchgeführt. Die bekannten sozialen Zertifizierung lassen auch durchaus großen Raum für Kritik an der praktischen Wirksamkeit.
Fair Trade- Zertifizierungen und jede Art soziale Untersuchungen sind in China derzeit strikt verboten.
Das nächste Vorhaben für die ökologisch-soziale Entwicklung ist die Gründung eines Bauernvereins für die Qingshan Farm. Die Bauern sollen eine Interessensvertretung wählen. So könnte eine bessere und ständige Kommunikation geschaffen werden, soziale, strukturelle Probleme und die Entwicklungsmaßnahmen könnten besser und direkt mit den Interessenvertretern der Bauern besprochen werden. Dieser von den Bauern gegründete Verein würde dann auch direkte finanzielle Zuwendungen an die Bauern (z.B. Bonuszahlungen) vereinfachen, absichern, verwalten und an die Bauern verteilen.
Allerdings sind solche Vereine in China üblicherweise nicht erlaubt, und es wurden in den letzten Monaten viele Gespräche mit Produzenten geführt, die wiederum mit chinesischen Behörden gesprochen haben, um dennoch einen solchen Verein gründen zu können.
Qingshan Bauern bedanken sich mit einem Mittagessen für Bonuszahlungen
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